Attacken von rechts gegen Journalisten

ver.di verurteilt scharf die tätlichen und verbalen Angriffe auf Journalisten am Rande von rechten Kundgebungen in Cottbus. So wurden am vergangenen Sonnabend bei einer Demonstration des rechtsgerichteten Vereins „Zukunft Heimat“ in Cottbus zwei Journalisten attackiert und zu Boden geworfen. Beide blieben unverletzt – das Handy eines Reporters wurde beschädigt. Seit Wochen gibt es Unruhen in der Lausitz-Stadt, die auch nach dem verhängten Aufnahmestopp für Flüchtlinge des Brandenburger Innenministers Karl-Heinz Schröter (SPD) anhalten.

„Die Pressefreiheit und damit auch die Möglichkeit, ungehindert journalistisch arbeiten zu können, ist ein hohes gesellschaftliches Gut und ein Grundpfeiler unserer demokratischen Ordnung“, erklärte Susanne Stumpenhusen, ver.di-Landesbezirksleiterin und Mitglied im RBB-Rundfunkrat. Es sei unerträglich, wenn aus dem rechten oder rechtsradikalen Mob heraus Journalist_innen bedroht, beleidigt oder sogar tätlich angegriffen würden. Diese Taten richteten sich nicht nur gegen Einzelpersonen, es werde die Pressefreiheit als solche gefährdet. „Wir erwarten, dass gegen die Täter mit aller Schärfe des Gesetzes vorgegangen wird“, so Susanne Stumpenhusen.

Anlass für die Aktion vor dem Einkaufszentrum „Blechen Carré“ in der Cottbuser Innenstadt waren die Messeattacken von zwei minderjährigen syrischen Flüchtlingen, wobei ein deutscher Jugendlicher im Gesicht verletzt worden war. Auch zuvor gab es mehrfach gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Cottbuser Bürger_innen – mit Opfern auf beiden Seiten. Nach Angaben des Veranstalters versammelten sich am Sonnabend mindestens 1500 Menschen. Sie forderten unter anderem die „Grenzen dicht“ zu machen. Sie hätten „die Schnauze voll“. Unter den Teilnehmer_innen waren die Brandenburger Landtagsabgeordnete der AfD Birgit Bessin, Mitglieder der rechtsextremistischen Identitären Bewegung und andere Neonazis. Journalisten und Politiker wurden beschimpft, beispielsweise als „Volksverräter“. Die Vertreter des Mainstreams „müssten weggeschickt und weggeschlossen werden“ (Tagesspiegel).

Nach Berichten der Märkischen Allgemeinen Zeitung konnten die Tatverdächtigen, die die Reporter gegen 15 Uhr angerempelt hatten – ein 44-jähriger und ein 25-jähriger Mann – dingfest gemacht werden. Gegen sie seien entsprechende Ermittlungen eingeleitet worden, hatte die Polizei gegenüber der MAZ mitgeteilt.

 

 

 

 

 

nach oben

weiterlesen

Medienwirtschaft erholt sich langsam

Den statistischen Indizien nach erholt sich die Medienwirtschaft von den Pandemiefolgen. Die längerfristigen Trends bleiben allerdings ungebrochen: Die Auflagen der gedruckten Periodika schrumpfen, Video- und Audiostreaming verändern die Marktanteile zu ihren Gunsten und erzeugen offenbar auch andere Nutzungsgewohnheiten. Die Buchbranche hält sich stabil, wobei sich die Gewichte vom Laden- zum Onlineverkauf verschieben. Auch bei den Kinos sprießen neue Hoffnungen.
mehr »

„Goldene Kartoffel“ für ältere Herren

Rund ums Karrieremachen und um „unterirdische Berichterstattung“ im Einwanderungsland Deutschland ging es bei der diesjährigen Bundeskonferenz der Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM) in Köln. Sowohl bei der Podiumsdiskussion mit arrivierten Journalist*innen aus Familien mit Migrationsgeschichte als auch bei der Verleihung des Negativpreises „Goldene Kartoffel“ herrschte eine motivierende Aufbruchstimmung – mit viel Selbstbewusstsein und leichter Ironie.
mehr »

„green motion“ in der Film- und TV-Branche

Ein breites Bündnis wesentlicher Branchenvertreter*innen des deutschen Film-, TV- und VoD-Marktes hat sich entschlossen, einen großen Teil ihrer Inhalte zukünftig klima- und ressourcenschonend herzustellen. Damit sollen in relevantem Maße CO2-Emmissionen vermieden werden. Im Arbeitskreis „Green Shooting“ wurden hierzu erstmals einheitliche ökologische Mindeststandards für nachhaltige Produktionen entwickelt und sich in einer Nachhaltigkeitsinitiative ab 1. Januar 2022 zu deren Einhaltung verpflichtet.
mehr »

Klare Stellung gegen rechts gefordert

Die zurzeit stattfindende Frankfurter Buchmesse wird überschattet von den Debatten um die Teilnahme rechtsgerichteter Verlage. Die Messeleitung beruft sich auf Meinungs- und Publikationsfreiheit. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di reagiert mit Bestürzung auf die Ankündigung zahlreicher Autor*innen, der Frankfurter Buchmesse wegen der Präsenz rechter Verlage fernbleiben zu wollen, und fordert die Messeleitung auf, Rassismus und Menschenfeindlichkeit künftig keine Bühne mehr zu bieten.
mehr »