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Illustration: 123rf/Jesus Sanz

Cloudworking boomt: Neue Arbeitsteilung oder Ausbeutung mit Spaßfaktor?

Cloudworker arbeiten, wann und wo sie wollen. Sie schreiben Text, übersetzen, entwerfen Logos, testen Webseiten oder entwickeln Software. Aufträge holen sie sich über digitale Plattformen, dorthin liefern sie auch. Auftraggeber und Mitbewerber können in Japan sitzen oder nur zwei Straßen entfernt. Man lernt sie nicht kennen. Wie viel Geld solche Arbeit dem Einzelnen einbringt, ist vorab schwer zu sagen. Oft wenig, mitunter gar nichts. Doch die neue digitale Arbeitsweise boomt.

Sie kenne bisher „keinen einzigen, der wirklich davon lebt”, sagt Gundula Lasch, die ehrenamtliche Vorsitzende der ver.di-Bundeskommission für Freie und Selbstständige. Doch das Problem treibt auch sie um. Cloud- oder Crowdworking habe das Potenzial, die Arbeitswelt massiv zu verändern, schätzen Wissenschaftler ein. Es ist keine Nische mehr. Einem Report der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge sind weltweit auf elf großen Plattformen schon rund 20 Millionen „Arbeiter auf Abruf” tätig. In Deutschland gäbe es immerhin 750.000, schätzt der Deutsche Crowdsourcing Verband. Die IG Metall spricht von einer Million.

Cloudworking im engeren Sinne meint nicht jene Formen der sogenannten Sharing Economy, wo die Putzhilfe oder ein Freizeit-Taxifahrer per App gebucht werden können. Es geht um Arbeiten, bei denen Wertschöpfung ausschließlich webbasiert stattfindet. Auftraggeber und Ausführende treten persönlich nicht in Kontakt. Eine „Vertragsbeziehung” vermittelt die dazwischen geschaltete Plattform, die die Geschäfts­bedingungen vorgibt und kräftig mitverdient. Provisionen von fünf bis 20 Prozent gelten als üblich.

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