Heimliche Verführung

Meinungsmacher: Intermediäre bedrohen die Medienvielfalt

Suchmaschinen, Apps, soziale Online-Netzwerke oder andere virtuelle Plattformen entscheiden zunehmend darüber, welcher Nutzer im Internetzeitalter welche Informationen erhält. Ganz gleich ob Smartphone oder Smart-TV-Gerät: Digitale Instanzen regeln mit Hilfe von Algorithmen, was uns an Neuigkeiten aus dem Internet erreicht. Die sogenannten Informationsintermediäre gewinnen an Markt- und Meinungsmacht. Sie avancieren zu heimlichen Gatekeepern, von denen abhängt, welche Abbilder von Wirklichkeit auf unseren Flachbildschirmen und Touchscreens flimmern. Die Folge: eine Gefahr für Medien- und Meinungsvielfalt.

Die Bezeichnung Intermediär ist abgeleitet vom lateinischen Wort intermedius, was so viel bedeutet wie „der Dazwischenliegende”. Im wirtschaftlichen Sinn vermitteln Intermediäre Leistungen zwischen zwei Marktteilnehmern, also etwa zwischen Inhalteanbietern und Werbekunden oder zwischen einem Medienunternehmen und Leser_innen oder Zuschauer_innen. Insofern ist auch jeder Zeitungskiosk im ökonomischen Sinn ein Intermediär. Die digitalen Kioske der Online-Welt heißen Google oder Facebook, aber auch Samsung oder Apple. Sie bestimmen, welche Suchergebnisse wir in welcher Reihenfolge von Google offeriert bekommen oder welche Nachrichten es auf die Timeline von Facebook oder in die News-App unseres Smartphones schaffen. Intermediäre tauchen nicht nur im World Wide Web auf, sondern prägen längst auch den Smart-TV-Kosmos. Dort entscheiden virtuelle Plattformen darüber, welche Inhalte außer den klassischen Fernsehprogrammen via Internet auf dem Monitor erscheinen – ganz gleich ob Online-Werbung oder Streaming-Portal, ob Video-on-Demand oder Pay-TV-Paket.

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Das Boot: Kameramann nimmt Vergleich an

Im Rechtsstreit über eine angemessene Vergütung hat sich der Chefkameramann des international erfolgreichen Filmklassikers „Das Boot“, Jost Vacano, mit den ARD-Anstalten geeinigt. Der 87-Jährige und der im Streit mit acht Anstalten federführende Südwestrundfunk (SWR) nahmen den Anfang Juli vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart vereinbarten Vergleich fristgerecht an, wie jetzt eine Gerichtssprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.
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Werbebranche erholt sich nur langsam

Nicht zuletzt die deutsche Werbebranche widerspiegelt das Pandemiegeschehen: Während das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 5,1 Prozent schrumpfte, ging das Marktvolumen der Werbewirtschaft um sieben Prozent auf 45 Milliarden Euro zurück. Eine Stabilisierung wird ab dem dritten Quartal 2021, eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erst ab 2022 erwartet. Und beim neuen Urheberrecht gilt: Das Beste ist, dass es überhaupt beschlossen wurde. Diese und andere Erkenntnisse in den aktuellen Quartalsberichten aus der Medienwirtschaft.
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Nürnberger Presse plant weiteren Stellenabbau

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Ein Preis für faire Festivalarbeit

Auf dem 33. Filmfest Dresden 2021 wurde am 16. Juli erstmalig der Fair Festival Award 2020 der AG Festivalarbeit in ver.di verliehen. Den ersten Platz der Auszeichnung erhielt das Kinofest Lünen. Im Anschluss wurden die Ergebnisse der Umfragen zu den Arbeitsbedingungen von Festivalarbeiter*innen präsentiert und in einem Panel diskutiert: Wer setzt sich eigentlich für die Interessen von den Arbeiter*innen ein – und warum scheinen faire Arbeitsbedingungen in der Branche so schwer umsetzbar?
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