Preis für Recherche über Flucht

Das Flüchtlingscamp Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos. Insassen und Menschenrechtsorganisationen klagen seit der Einrichtung dieser EU-finanzierten Lager, die die Menschen nicht verlassen dürfen, über gefängnisähnliche und unhaltbare Zustände. Bild: flickr/UN Photo/Rick Bajornas

Bei der Verleihung des European Press Prize 2026 in Lissabon ist am Mittwochabend ein grenzüberschreitendes Rechercheprojekt unter massgeblicher Schweizer Beteiligung ausgezeichnet worden. Europas renommiertester Journalismus-Preis wurde u.a. für eine Recherche über die EU-Flüchtlingslager in Griechenland vergeben.

In der Kategorie „The Migration Journalism Award“ ging der Hauptpreis an das Onlinemagazin Republik und das WAV Recherchekollektiv in Zürich, wie die Organisation European Press Prize am Mittwoch mitteilte. Gemeinsam mit dem griechischen Medium Solomon und weiteren Partnern deckten die Schweizer Journalisten (darunter Lorenz Naegeli, Osama Abdullah und Lukas Häuptli) in ihrer Recherche „Unaccompanied children sleep on the floor in shifts in ‹Greece’s ‹Model Camps›“ die unhaltbaren Zustände in den von der EU finanzierten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln auf.

Die Recherche belegte anhand interner Dokumente, dass unbegleitete Kinder dort unter extremer Überbelegung leiden und im Schichtbetrieb auf dem Boden schlafen müssen. Die Behörden, einschliesslich involvierter Schweizer Stellen, seien über diese Missstände informiert. Die Jury lobte das Projekt als „erschütterndes und augenöffnendes Beweisstück“, so das Schweizer Online-Magazin persönlich.com.

 

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