ORF: Jetzt reden die Mitarbeitenden

ORF: Wohin geht die Fahrt? Foto: Danilo Höpfner

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Österreichs (ORF) steckt in einer tiefen Krise. Es geht demnach um mutmaßliche sexuelle Belästigung seitens des ehemaligen Generaldirektors, um ein toxisches Arbeitsklima, politische Einflussnahmen. Nach der Aktion „Nicht mit uns“ fordern in der Aktion „Mit uns“ nun zahlreiche Mitarbeitende Maßnahmen hin zu einer nachhaltigen und tiefgehenden Veränderung.

Nachdem sich zu Beginn dieser Woche mehr als 500 der insgesamt rund 4.000 ORF-Mitarbeitenden in einer konzertierten Aktion in den sozialen Medien gegen Machtmissbrauch und politische Einflussnahme positioniert hatten, stehen nun bereits über 350 mit der Nachfolge-Kampagne „Mituns“ parat.

„Mit Leidenschaft und Freude“ seien sie in unterschiedlichen Ressorts von Kultur, über Sport bis hin zu Religion und Wissenschaft, tätig, lieferten Information und Unterhaltung gleichermaßen. Dass sie das weiterhin tun wollen, daran lassen die Mitarbeitenden keinen Zweifel, dafür stehen sie ein, mit Namen und Gesicht.

Aufarbeitung und Veränderung

Ihnen sei wichtig, dass das Gebührengeld, dass die „Österreicherinnen und Österreichern finanzieren, (…) sorgsam eingesetzt wird“. Seit Jahren werde im Unternehmen gespart, hunderte Jobs habe man bereits abgebaut, der Spardruck auf das Programm sei enorm. „Gleichzeitig haben die Ereignisse der vergangenen Wochen Missstände im ORF offenbart, die Millionen kosten“, heißt es im weiteren.

Dazu kämen die aktuellen Fälle von Machtmissbrauch ohne nennenswerte Konsequenzen bei politisch gut vernetzten Führungskräften – dies habe das Vertrauen in den Schutz vor Machtmissbrauch massiv erschüttert. Man sei davon überzeugt, dass sich jetzt etwas ändern muss: unter anderem mit einem Stiftungsrat, der nicht politisch besetzt ist, sondern mit unabhängigen, anerkannten Expert*innen, fairen Anstellungsverhältnissen und der Besetzung von Führungsposten aufgrund von Kompetenz statt über „Connections“. Jetzt sei der Zeitpunkt, tiefgehende Veränderungen anzugehen: „Für einen besseren ORF, der nur seinem Publikum verpflichtet ist. Und niemandem sonst.“

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