Preis für rechten Tech-Bro Peter Thiel

Der Tech-Milliardär Peter Thiel hat bei seiner Auszeichnung mit dem Axel Springer Award die deutschen Medien angegriffen. Dagegen gab es Protest vor und auch im Hause Springer. In einem Offenen Brief werfen Journalist*innen Thiel die Untergrabung der Pressefreiheit vor.

Seit Jahren vergibt der Springerkonzern den Axel Springer Award an rechtslastige Figuren aus der Techbranche und regelmässig gibt es dagegen Proteste. 2018 war Amazon-Boss Jeff Bezos der  Geehrte. Vor dem Springerhochhaus protestierten damals hunderte Amazon-Beschäftigte aus Bad Hersfeld und Poznan. Im Dezember 2020 gab es Proteste gegen die Preisverleihung des Springer-Awards an Elon Musk.

Am vergangenen Donnerstag wurde nun der rechtskonservative Peter Thiel ausgezeichnet. Der enge Vertraute des US-Vizepräsidenten JD Vance bewegt sich seit seiner Studienzeit in einem rechtslibertären Umfeld, dass sich auf die Schriften von Ayn Rand stützt. Am vergangenen Donnerstag protestierten rund 300 Menschen die Preisverleihung in Berlin. Einige kostümierten sich als Figuren aus der Welt der Herr der Ringe-Saga, die wohl auch Thiel inspirierte.

Die Preisverleihung an Thiel wurde in einem Offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden des Springer-Konzern  Mathias  Döpfner kritisiert, der von über 120 Mitarbeiter*innen von POLITICO und Business Insider aus Europa und den USA  unterzeichnet wurde. Die Journalist*innen verwiesen in ihrem Brief  darauf, dass Thiel Initiativen unterstützt und finanziert, die die Pressefreiheit untergraben. Als Beispiele wurde eine Klage Thiels gegen Gawker genannt, die dazu führte, dass das Portal Insolvenz anmelden musste. „Diese Handlungen stehen im Widerspruch zu Axel Springers eigenem Bekenntnis zur Freiheit“, schrieben die Mitarbeiter*innen in dem Brief und bezogen sich dabei auf die Unternehmeswebseite, auf der es heißt: „Bei Axel Springer ist Freiheit nicht nur ein Wert; sie ist unser Leitprinzip“.

Thiel diffamiert Medien 

Eine Antwort auf den Offenen Brief gab es bislang nicht. Seine Reden während des Festaktes machte das spezielle Verständnis von Pressefreiheit des Peter Thiel deutlich. Thiel hetzte auf der Bühne in rechtspopulistischer Manier gegen Medien, die  „zu einer Art linken Hassfabrik verkommen“ seien. 
 “Den Springerkonzern  nahm er von diese Schelte selbstverständlich aus. „Ohne Menschen wie sie wäre die Lage »wirklich sehr, sehr schlecht“, so Thiel. In dieses Lob schloss er neben Döpfner auch die Mitarbeiter*innen von Axel Springer und die US-Journalistin vom  Sender CBS Beri Weiss ein, die bei der Preisverleihung ebenfalls eine Rede hielt. Thiel lobte sie als  „Gegenstimmen“ in einer angeblich einseitig linken Medienlandschaft. Wer die Geschichte des Springer-Konzerns und speziell die Kampagnen von Welt und Bild gegen linke Bewegungen kennt, wird nicht verwundern, das sie mit den Rechtskonservativen in den USA das gleiche Feindbild teilen.


Peter Thiel ist mit PayPal und Facebook reich geworden und hat die Gedankenwelt des Silicon Valleys wie kaum ein zweiter geprägt. Der Tech-Milliardär ist Strippenzieher und bestens vernetzt im radikalkonservativen und -libertären Amerika. Mehr über Thiel in der ausführlichen Recherche: Die Peter-Thiel-Story

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