Programmreform im DLF: Freie wehren sich

Foto: Deutschlandradio / Simon Detel

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Umgang mit freien Programmschaffenden im Zuge der Programmreform im Deutschlandfunk, die ab Dezember 2026 das Sendeschema des bundesweiten Radiokanals grundlegend verändern wird. In einem ver.di vorliegenden, von mehr als 550 Mitarbeitenden des Deutschlandfunks namentlich unterzeichneten Offenen Brief wehren sich die Freien.

Im Brief an die Senderverantwortlichen wird eine Klarstellung gefordert, wie die Freien im bisherigen Umfang weiter für den Deutschlandfunk tätig werden können. Bisher zeichnet sich keine erkennbare Beschäftigungsperspektive ab, stattdessen erhalten viele Freie sogenannte Einschränkungsmitteilungen, die offenbar einer deutlichen Reduzierung des Beschäftigungsumfangs den Boden bereiten sollen.

„Wir unterstützen die Forderungen der Freien beim Deutschlandfunk“, erklärt dazu Christoph Schmitz-Dethlefsen, für Medien zuständiges Mitglied im ver.di.-Bundesvorstand. „Radioprogramme in der linearen und digitalen Verbreitung ständig zu überprüfen und zu optimieren ist zwar richtig. Falsch aber ist es, die Programmmachenden eines gegen alle Trends erfolgreichen Senders im Unklaren über ihre künftige Beteiligung am Programmangebot des Deutschlandfunks zu lassen und mit Beschäftigungseinbußen oder gar Jobverlust zu bedrohen. Offen ist noch, ob die Programmreform ein Erfolg wird. Verantwortungslos ist es, wenn das Deutschlandradio einem Großteil der Freien keine Angebote und Perspektiven zur Mitarbeit aufzeigt, die bis heute ganz wesentlich den Deutschlandfunk prägen.“

Aus dem Kreis der Freien und Festen wird Skepsis geäußert, ob das neue Programmschema überhaupt geeignet sei, die Erwartungen der Radio-Nutzenden an einen Deutschlandfunk zu erfüllen, der im deutschen Radiomarkt gerade mit journalistischer Themenbreite und Recherchetiefe hervorsticht.

„Die Mitarbeitenden des Deutschlandfunks zeigen mutig ihr Verantwortungsbewusstsein für ein exzellentes öffentlich-rechtliches Programmangebot“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Schmitz-Dethlefsen. „Sie fordern, dass die Senderverantwortlichen mit ihnen endlich Pläne für das in anderthalb Monaten startende Programm machen. Journalismus ohne Sicherheit büßt Freiheit und Unabhängigkeit ein – was niemand im Deutschlandradio im Sinn haben sollte“, mahnte der Gewerkschafter.

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