Leserbrief: Fragliche Schubladen

„Ende von Ost-West“ in M 1–2.2009

Schade, dass auch meine Gewerkschaftszeitung – wie die Konkurrenz vom „Journalist“ – so oberflächlich auf die PR-Strategie des neuen Freitag-Eigentümers Jakob Augstein reinfällt. Man muss als Journalist zwar nicht von jeder Sache Bescheid wissen, über die man schreibt, aber schon der „alte“ Freitag kam, wenn die Post wollte, bereits am Donnerstag beim Abonnenten an. Manchmal allerdings auch erst am Samstag. Und was die Schubladen sollen, in die der Autor die tageszeitung als „Grünen-nah“ und die ehemalige (Deutsche) Volkszeitung als „kommunistisch“ packt, weiß er wohl allein. Das klingt verdammt danach, als kennt er diese beiden Zeitungen auch nicht.

Michael Knoche-Gattringer,
IG Bauen-Agrar-Umwelt, Redaktion„Der Grundstein/Der Säemann“ 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Lokaljournalismus: Die Welt vor der Haustür

"Echte Reporter*innen sitzen nicht in der Bundespressekonferenz, sondern schießen um 11 Uhr Fotos beim Grillfest der Freiwilligen Feuerwehr, schauen sich nachmittags das Kindertheater in der Turnhalle an und schreiben am Abend bei der Hauptversammlung des Geflügelzuchtvereins mit.“ Wer nach einer Definition von Lokaljournalismus sucht: Das wäre eine.
mehr »

Zuhören ja – Antworten nein

Der Staat will künftig „besser zuhören“. Nur beim Antworten könnte er dafür deutlich schmallippiger werden. Klingt wie eine toxische Beziehung? Ist aber Gesetzgebung. Die Reform des BND-Gesetzes könnte künftig Eingriffe in vertrauliche Kommunikation von Journalist*innen erlauben. Und beim Informationsfreiheitsgesetz (IFG) plant die Koalition weiterhin drastische Einschränkungen.
mehr »

Mentale Belastungen im Journalismus

Immer mehr Journalist*innen fühlen sich in ihrem Beruf unwohl. Der Druck ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Zum einen werden Menschen, die journalistisch tätig sind, über Hasspostings in den sozialen Medien angefeindet. Zum anderen steigt der interne Druck durch Arbeitsverdichtung und Vorgesetzte. Mit Helpline bietet „Netzwerk Recherche“ seit einigen Jahren ein telefonisches Gesprächsangebot – anonym, vertraulich und kostenlos.
mehr »

Krawallmedien nicht auf den Leim gehen!

Medien tragen Verantwortung für die Verbreitung eines diskriminierenden Menschenbildes, das nur Deutschen die im Grundgesetz garantierte Menschenwürde zugestehen möchte. Rechte Krawallportale wie „Nius“ schaffen es immer wieder, Hetze und Desinformation in verschiedene Informationskanäle zu spülen. Im August war es das „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne, das für eine rassistische Polarisierung der Gesellschaft instrumentalisiert wurde – nach einem bekanntem Muster, das in Diffamierungskampagnen genutzt wird.
mehr »