Pro Quote: Gefährdet durch Förderstopp

ProQuote-Camp in Hamburg: Argumente für Chancengleichheit sammeln und stärken. Bild: ProQuote

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat nach neun Jahren Förderung einen umfangreichen Antrag von ProQuote Medien zur Beobachtung und Analyse des Geschlechter-Backlashes innerhalb der deutschen Medienlandschaft abgelehnt. Das gefährdet laut Aussage des Vereins dessen Arbeit massiv.

Dem Verein fehlen durch den Förderstopp der Bundesregierung insgesamt 600.000 Euro für die nächsten drei Jahre. Ohne diese erhebliche Summe kann die Erhebung des Frauenmachtanteils der deutschen Leitmedien nicht fortgeführt werden. Auch weiterführende Studien, Social-Media-Präsenz sowie Fachkonferenzen als Orte des Austauschs, der Vernetzung und der solidarischen Bündnisbildung stünden vor dem Aus, heißt es in einer Mitteilung von ProQuote Medien vom 5. März 2026.

ProQuote Medien zählt und analysiert als einzige Institution in der deutschen Medienlandschaft seit 2012 regelmäßig den Frauenmachtanteil der deutschen Leitmedien. Dieser lag damals bei 14,39 Prozent, wuchs bis 2022 bis auf 39,9 Prozent an und sinkt seither kontinuierlich.

Rechten Backlash sichtbar gemacht

„Unsere Zählungen zeigen einen besorgniserregenden Rückgang seit gut drei Jahren”, erklärt dazu Katharina Preuth aus dem Vereinsvorstand. Dieser Backlash im Journalismus konnte nur durch die systematische Datenerhebung sichtbar gemacht werden. „Gerade in Zeiten von zunehmenden Rechtsextremismus, antifeministischer Bewegungen und populistischer Narrative ist Transparenz über Machtverhältnisse in Medien zentral für eine wehrhafte Demokratie.“

Seit 2017 finanzierte das Bundesministerium die halbjährlichen Leitmedienzählungen. Darüber hinaus ermöglichte die Förderung qualitative Studien, die untersuchten, welche strukturellen Barrieren Frauen im Journalismus vom Aufstieg in Führungspositionen abhalten.

„Die Dringlichkeit, weibliche Perspektiven in unserer Demokratie zu stärken, scheint an dieser Stelle nicht mehr zu bestehen“. fasst Katharina Preuth zusammen. Der Verein wolle seine „wichtige Arbeit unbedingt weiterführen“. Das sei nur mit finanzieller Unterstützung möglich, man werde sich umgehend auf die Suche nach anderen Fördermöglichkeiten machen.


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