Sanssouci: Fotografieverbot bleibt bestehen

Sieben Jahre gingen ins Land, bis der Rechtsstreit um das freie Fotografieren in den Schlössern und Gärten von Sanssouci vor dem Bundesverfassungsgericht landete. Das Ergebnis vom 28. August wurde erst jetzt bekannt: Die Verfassungsbeschwerde wurde abgelehnt, ohne Begründung.

Grafik: Fotolia / Vladislav Kochelaevs
Grafik: Fotolia /
Vladislav Kochelaevs

Damit bleibt die Sanssouci-Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom März 2013 bestehen. Ihr Kern: Freie Bildjournalisten dürfen nur mit Genehmigung und gegen Zahlung von „Knipsgebühren” Filmaufnahmen in öffentlich zugänglichen Schlössern und Gärten herstellen und verwerten. Auch wenn sich dieses Urteil auf eine Klage von Bildjournalisten der Fotoagentur Ostkreuz gegen „Sanssouci” bezieht, bedeutet es, dass Fotografen auch in anderen öffentlichen Parks oder auf entsprechendem Gelände nicht mehr von Panoramafreiheit und freier Fotografie ausgehen können. Neben der dju in ver.di hatten der DJV, Freelens und der Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive (BVPA) die Klage der Berliner Fotoagentur unterstützt.

 wen

M berichtete seit 2008 in M 8–9/2008, M 10/2008, M 3/2010, M 1–2/2011, M 4/2013

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Recherchematerial der „Zeit“ beschlagnahmt

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert die Beschlagnahme von Recherchematerial der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufs Schärfste und fordert dessen sofortige Rückgabe. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt hatten am Montag auf Beschluss des Landgerichts Hamburg mit der Durchsuchung der Redaktion und der Wohnung einer Autorin gedroht.
mehr »

Presseförderung mit Journalismus-Check

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) unterstützt die Förderung journalistischer Presseangebote. Vorrangig ist dabei die Entwicklung neuer digitaler Angebote. Der Bundesverband der Digitalpublisher (BDZV) verlangte dazu konkrete Zusagen der Bundesregierung sowie bei Gesetzesvorhaben einen „Presse-Check“. Für ver.di ist klar: Wer gefördert wird, muss auch einen Journalismus-Check absolvieren.
mehr »

Lokaljournalismus: Die Welt vor der Haustür

"Echte Reporter*innen sitzen nicht in der Bundespressekonferenz, sondern schießen um 11 Uhr Fotos beim Grillfest der Freiwilligen Feuerwehr, schauen sich nachmittags das Kindertheater in der Turnhalle an und schreiben am Abend bei der Hauptversammlung des Geflügelzuchtvereins mit.“ Wer nach einer Definition von Lokaljournalismus sucht: Das wäre eine.
mehr »

Wenn freie Medien „Lieblingsfeinde“ sind

Freie Medien als Garanten für Demokratie stehen im Fadenkreuz der Rechten. Was bedeutet das für einen Journalismus, der ausgewogen berichten will? Wie können antidemokratische Prozesse gestoppt und umgekehrt werden? Darüber wurde auf der diesjährigen Medienpolitischen Tagung „Lieblingsfeind Freie Medien – europäische und deutsche Erfahrungen“, von ver.di und DGB in Berlin diskutiert.
mehr »