Schüsse auf Giuliana Sgrena

Untersuchung durch UN

Die Demonstrationen in Rom (Foto) sowie weltweite Proteste haben dazu beigetragen, dass die italienische Journalistin Giuliana Sgrena wieder frei kam. Aber kaum war die Reporterin von Il Manifesto von ihren irakischen Entführern freigelassen worden, als ihr Fahrzeug plötzlich auf dem Weg zum Flughafen von US-Soldaten beschossen wurde. Die 56-jährige Reporterin wurde von Splittern an der Schulter verletzt; ein italienischer Geheimdienstoffizier starb.

Sgrena sieht kein Versehen in dem Angriff, bei dem offenbar 400 Kugeln abgefeuert wurden. Sie unterstellt den USA einen absichtlichen Überfall, um Informationen, über die sie verfügt, zu unterdrücken. Die USA weisen die Vorwürfe zurück. Aufklärung wird zugesichert!

Aber wie sicher kann man angesichts der amerikanischen Informationspolitik in diesem Krieg sein, dass dies umfassend geschieht? Seit Beginn des Krieges im März 2003 sind im Irak 48 Journalisten und Medienmitarbeiter getötet worden, mindestens 13 von ihnen durch das US-Militär. Die Fälle sind bislang nicht aufgeklärt. Mindestens 21 Journalisten wurden Informationen von Reporter ohne Grenzen (rog) zufolge entführt, allein sechs in diesem Jahr. Von Florence Aubenas der französischen Zeitung Libération gab es Anfang März (M 3/05) nach fast zwei Monaten ein Lebenszeichen auf einem Video.

rog fordert die Vereinten Nationen auf, diesen Vorfall um Giuliana Sgrena „schnell und gründlich zu untersuchen“. Die US-Armee habe in der Vergangenheit – vor allem in Sachen Hotel Palestine (zwei Journalisten starben, red.) – Berichte veröffentlicht, die ausschließlich dazu dienten, das US-Militär zu entlasten, so Robert Ménard, rog-Generalsekretär.

hg / wen

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