RTL Deutschland stärkt bei Stern und Capital die Wirtschaftsberichterstattung und holt dafür ab 1. Mai Sven Afhüppe als Senior Editor in die Redaktionen beider Titel an Bord. Damit kehrt der frühere Handelsblatt-Chefredakteur, der zuletzt Top-PR-Positionen bekleidete, wieder in den Journalismus zurück. Seine Karriere führte den profilierten Wirtschaftsjournalisten unter anderem ins Spiegel-Hauptstadtbüro sowie später über viele Jahre zum Handelsblatt, dessen Chefredakteur er bis Ende 2020 war. Nach seinem Abschied aus dem Journalismus wechselte er in die Finanzbranche und war Global Head of Political Affairs bei der Deutschen Bank. Zuletzt wirkte er als Kommunikationschef der Neo-Bank N26.
Nach sechs Jahren folgt Gesine Braun beim Harvard Business manager auf Antonia Götsch. Sie übernahm am 1. April die Chefredaktion. Braun ist bereits seit Februar 2023 stellvertretende Chefredakteurin des crossmedialen Angebots für praxisnahe Führungsthemen, das als erweiterte deutsche Ausgabe der renommierten Harvard Business Review erscheint. Die bisherige Chefredakteurin Antonia Götsch verlässt das Magazin auf eigenen Wunsch und will sich „einer neuen beruflichen Herausforderung widmen“.
Helene Bubrowski verlässt Table.Media und kehrt zur FAZ zurück. Vor zwei Jahren war sie zum Medien-Startup in Berlin gewechselt. Am 1. Januar des kommenden Jahres tritt Helene Bubrowski in das FAZ-Herausgebergremium ein. Bubrowski wird bei der FAZ mit Berthold Kohler die Politische Redaktion führen, die damit wieder wie bis 2014 eine Doppelspitze bekommt. Die promovierte Juristin war von 2013 bis 2023 zunächst Politikredakteurin, dann Hauptstadtkorrespondentin der FAZ. Mit Bubrowski tritt erstmals eine Frau in die kollektive Führung der FAZ ein.
RBB-Intendantin Ulrike Demmer treibt den Neustart des Senders voran und besetzt sechs Führungspositionen neu: Georg Heil wird Chefredakteur. Die zweite Führungsebene schrumpft von zwölf auf sieben Bereiche. Demmer will damit das Projekt „Zielbild rbb 2028“ konsequent umsetzen. Grimme-Preisträger Heil ist seit 2021 Redaktionsleiter des ARD-Politikmagazins Kontraste und arbeitete zuvor als Investigativ-Reporter für die Recherchekooperation NDR/WDR/Süddeutsche Zeitung. Als Chefredakteur verantwortet er künftig die publizistische Qualität und die redaktionelle Linie über alle Ausspielwege des Senders. Das Programmmanagement übernimmt Jana Cebulla, die vom MDR zum RBB wechselt. Die Leitung Programmentwicklung & Innovation liegt künftig bei Torsten Amarell, der seit 2020 beim RBB ist. Julian Hecker verantwortet den Bereich Technologie & Infrastruktur, Robert Knaack wechselt aus der Mercedes-Benz Bank zum RBB und übernimmt die Ressourcenplanung. Elke Werba leitet das Operative Geschäft, Silke Borkmann verantwortet die Immobilienstrategie. Eine Besonderheit: Fünf der sieben neuen Führungspersonen haben eine ostdeutsche Biografie. Die neue Struktur soll den RBB durch kürzere Entscheidungswege schneller und flexibler machen und mittelfristig zu einer deutlichen Verringerung des außertariflichen Personalaufwands führen.
Der langjährige Journalist des Hamburger Abendblatts, Jürgen Eckardt, ist tot. Er starb am 9. April 84-jährig in der Hansestadt. Er wirkte für die Zeitung bis zu seinem Ruhestand 2001. Zuletzt war er als stellvertretender Chefredakteur, zuvor als Kultur- und Hamburg-Chef für das Blatt tätig. In seinem Nachruf beschreibt Berndt Röttger Eckardt als fakten- und detailverliebten Blattmacher.
Karsten Günther übernimmt bei der Produktions- und Rechtehandels-Tochter ARD Degeto Film zum 1. Mai die Leitung der Abteilung Redaktion und Programm-Management. In seiner neuen Funktion verantwortet Günther künftig die redaktionelle Steuerung von Auftrags- und Koproduktionen sowie den Lizenzeinkauf. Darüber hinaus liegt die Programmplanung der Degeto-Produktionen ebenso in seinem Zuständigkeitsbereich wie die Leitung der Kommunikation und Presse. Er folgt auf Christoph Pellander, der zeitgleich in die Geschäftsführung aufrückt.
Carsten Knop übernimmt im Herbst die Wirtschafts- und die Sportredaktion der FAZ; er bleibt auch für die Rhein-Main-Zeitung und die Online-Redaktion zuständig. Knop folgt auf Gerald Braunberger, der Ende September in den Ruhestand geht. Braunberger bleibt auch nach seinem Ausscheiden Autor in der Wirtschaftsredaktion. Er trat im April 1988 in die Wirtschaftsredaktion der FAZ ein. Seit 2007 war Braunberger verantwortlicher Redakteur für den Finanzmarkt der FAZ sowie die Rubrik Wirtschaftsbücher. Braunberger war seit April 2019 einer der vier Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und zuständig für das Ressort Wirtschaft.
Nach einem Jahr Familien-Pause kehrt Audio-Expertin Frederike Kuttig zum Handelsblatt zurück. Sie startet als Expertin für Audio-Themen durch. Ihr Credo: „Mehr als die Hälfte der Podcast-Hörer weltweit sagt, dass Podcasts ihnen helfen, Themen besser zu verstehen als klassische Nachrichtenformate. Genau das ist für mich der Kern von gutem Audio.“
Die Medienmarke Business Punk macht Deborah Landshut zur neuen Chefredakteurin. Sie folgt auf Oliver Stock, der die Redaktionsleitung des Magazins nach zweieinhalb Jahren abgibt, um „neue journalistische Wege“ zu beschreiten. Als Autor bleibt er Business Punk jedoch erhalten und wird Content-Partnerschaften betreuen und weiterentwickeln. Die Zeitschrift erscheint viermal pro Jahr. Sie hatte zuletzt laut IVW eine Auflage von 42.285 verkauften Exemplaren.
Verdoppelte Verantwortung: Melanie Lidsba leitet ab August den neuen, gemeinsamen Programmbereich von NDR 2 und N-Joy beim NDR. Sie folgt auf Torsten Engel, der in den Ruhestand geht. Lidsba führt bisher bereits das junge Radio N-Joy und soll künftig Synergien mit der Popwelle NDR 2 schaffen. Zudem gibt es Personalwechsel in ARD-Auslandsstudios: Katharina von Tschurtschenthaler übernimmt Anfang 2027 die Leitung im Studio Tokio von Ulrich Mendgen. Im September löst Christoph Kober in Peking Benjamin Eyssel ab.
Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten stellen ihre redaktionelle und verlegerische Führung neu auf: Im Juli übernimmt Roland Mitterbauer die etwas ungewöhnliche Doppelfunktion als Vize-Chefredakteur und Geschäftsführer. Damit wechselt der Digitalexperte von der Augsburger Allgemeine zur Zeitungsgruppe Stuttgart. Er folgt auf Holger Gayer, der sich künftig neuen Aufgaben innerhalb der Unternehmensgruppe widmet.
Julia Morein steigt innerhalb der Rheinische Post Mediengruppe (RPM) auf und wird Chief Product Officer (CPO). In der neu geschaffenen Position verantwortet sie die digitalen Produkte der wachsenden Gruppe. Morein behält ihre bisherige Aufgabe als Leiterin des Teams Subscription & Product Experience bei RP Digital. Die Rheinische Post Mediengruppe (RPM), Düsseldorf, hat gerade einen großen Wachstumsschritt gemacht: Sie hat die Westfälische Medien Holding mit den Tageszeitungen Westfälische Nachrichten, Münstersche Zeitung und Westfalen-Blatt übernommen. Jetzt hat die RPM die Verantwortung für digitale Produkte in einem neuen Ressort gebündelt. Julia Morein soll als CPO die digitalen journalistischen Angebote der RPM weiterentwickeln.
Bisher hat Benjamin Piel die Redaktion des Weser-Kuriers (Bremen) als Teil einer Doppelspitze gemeinsam mit Silke Hellwig geleitet. Seit 1. April ist er alleiniger Chefredakteur; Hellwig hat sich Ende März im Alter von 63 Jahren nach 15 Jahren an der Spitze in den Ruhestand verabschiedet. Benjamin Piel ist zum 1. Januar 2025 als Co-Chefredakteur an die Seite von Silke Hellwig zum Weser-Kurier gekommen. Schon damals hieß es, die Chefredaktion werde erweitert. Zuvor war Piel sechs Jahre lang Chefredakteur des Mindener Tageblatts. Für seine journalistische Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis. Piel soll die digitalen Angebote des Weser-Kuriers vorantreiben und die Berichterstattung aus Bremen und dem niedersächsischen Umland stärken.
Die Börsen-Zeitung ergänzt das Chefredaktionsteam um Daniel Schnettler, der nun mit Sebastian Schmid und Heidi Rohde ein Trio bilden wird. Gleichzeitig übernehmen Sabine Reifenberger, Thomas List, Stephan Lorz und Christoph Ruhkamp Verantwortung für neu strukturierte Thementeams. Im Mittelpunkt steht dabei ein stärkerer Fokus auf Private Markets sowie eine angepasste Arbeitsweise der Redaktion. Ende Mai verlässt Teresa Stiens das Handelsblatt. Sie hat dort dreieinhalb Jahre lang das „Morning Briefing“ geschrieben, zuletzt gemeinsam mit Sven Prange, Martin Knobbe und Annette Meiritz.
Der deutsch-türkische Journalist und Publizist Deniz Yücel verabschiedet sich nach elf Jahren von der Welt. Wohin es ihn zieht, ist noch offen. Yücel war seit 2015 Autor und Korrespondent der Welt. Von Februar 2017 bis Februar 2018 saß er als Türkei-Korrespondent fast ein Jahr lang wegen angeblicher „Terrorpropaganda“ in türkischer Untersuchungshaft. Seine Inhaftierung führte zu einem angespannten Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei. Im Juli 2020 wurde Yücel von einem Gericht in Istanbul in Abwesenheit zu zwei Jahren, neun Monaten und 22 Tagen Haft verurteilt.
