Am lebenden Objekt

Ungewöhnlich praxisnah will eine neue Einrichtung namens „medienlabor bremen“ zukünftige Online-Redakteure ausbilden: Die maximal 16 Teilnehmenden besuchen nicht nur Schreibtrainings und Gastdozenten-Seminare, sondern lernen auch „am lebenden Objekt“, wie es in der Ausschreibung heißt: Montags bis freitags produzieren sie eine eigene, öffentlich zugängliche Internet-Zeitung mit ständig aktualisierten Wort-, Film- und Tonbeiträgen.
Der Weiterbildungskurs richtet sich an Journalisten und andere Interessierte aus Medienberufen, die Anspruch auf einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur haben, also vor allem bei Erwerbslosigkeit. Die Behörde übernimmt dann alle Kosten. Angesiedelt ist das „medienlabor“ bei der Volkshochschule Bremen als anerkannte Weiterbildungsträgerin.
Das Internet-Übungsportal soll „das übliche lokale Spektrum abdecken“, aber auch auf die Vorlieben der Teilnehmer eingehen, sagt Redaktionsleiter Alexander Schnackenburg, einer von vier Ausbildern. Der 38-jährige hatte zuvor eine alternative Bremer Wochenzeitung gegründet, die aber nur kurz überlebte („M“ 10/2008 und 12/2008).
Der erste halbjährige Kurs des „medienlabors“ beginnt am 18. Oktober. Weitere Informationen unter www.medienlab.com

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Arte soll europäischer werden

Es sind hochgesteckte Ziele, die vor einem Jahr die Regierungen in Deutschland und Frankreich bekannt gaben: die Weiterentwicklung von Arte zu einer europäischen Medienplattform in 24 Sprachen. Dafür ist vor allem zusätzliches Geld aus EU-Töpfen nötig. Doch hierzu stehen konkrete Beschlüsse weiter aus. Arte arbeitet währenddessen kontinuierlich am europäischen Ausbau – und sieht Fortschritte.
mehr »

Appell für den Erhalt der Medienfreiheit

Der auf Initiative des MDR verfasste Leipziger Appell  bekommt immer mehr Unterstützung. Die Unterzeichnenden erkennen die Einschränkung der Medien- und Pressefreiheit. An entscheidenden Stellen bleibt der Appell jedoch vage.
mehr »

Faire Honorare für Filmvermittlung

Die AG Filmvermittlung legt erstmals einen Honorarrahmen für freischaffende Filmvermittler*innen vor und macht damit auch auf die prekäre Erwerbssituation in der Branche aufmerksam. Für die Honorare zieht der Verein den Basishonorarrechner Kultur von ver.di heran.
mehr »

ver.di übt Kritik an ZDF-Intendant

Der Vorgang der Ausladung der Musiker Igor Levit und Danger Dan aus der 100. Ausgabe des Satire-Magazins „Die Anstalt“ (Sendetermin am 21. Juli 2026) wirft große Wellen. Der Auftritt wurde durch eine kurzfristige Entscheidung des ZDF-Intendanten Norbert Himmler verhindert. Daran übt auch der ver.di-Bundesvorstand starke Kritik.
mehr »