Am lebenden Objekt

Ungewöhnlich praxisnah will eine neue Einrichtung namens „medienlabor bremen“ zukünftige Online-Redakteure ausbilden: Die maximal 16 Teilnehmenden besuchen nicht nur Schreibtrainings und Gastdozenten-Seminare, sondern lernen auch „am lebenden Objekt“, wie es in der Ausschreibung heißt: Montags bis freitags produzieren sie eine eigene, öffentlich zugängliche Internet-Zeitung mit ständig aktualisierten Wort-, Film- und Tonbeiträgen.
Der Weiterbildungskurs richtet sich an Journalisten und andere Interessierte aus Medienberufen, die Anspruch auf einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur haben, also vor allem bei Erwerbslosigkeit. Die Behörde übernimmt dann alle Kosten. Angesiedelt ist das „medienlabor“ bei der Volkshochschule Bremen als anerkannte Weiterbildungsträgerin.
Das Internet-Übungsportal soll „das übliche lokale Spektrum abdecken“, aber auch auf die Vorlieben der Teilnehmer eingehen, sagt Redaktionsleiter Alexander Schnackenburg, einer von vier Ausbildern. Der 38-jährige hatte zuvor eine alternative Bremer Wochenzeitung gegründet, die aber nur kurz überlebte („M“ 10/2008 und 12/2008).
Der erste halbjährige Kurs des „medienlabors“ beginnt am 18. Oktober. Weitere Informationen unter www.medienlab.com

 

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Australische Medien müssen zahlen

Nach rund dreieinhalb Monaten ist das spektakuläre Verfahren gegen ursprünglich 36 Journalist*innen und Medienunternehmen in Australien beendet. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, gegen eine gerichtliche Nachrichtensperre im Prozess gegen den australischen Kardinal George Pell wegen Kindesmissbrauchs im Dezember 2018 verstoßen zu haben. Der Prozess gilt als einzigartig für ein demokratisches Land, weil er offenbart, wie eingeschränkt die Pressefreiheit in Australien weiterhin ist: durch Gesetze, die noch aus der britischen Kolonialzeit stammen. 
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Beschwerde-Rekord beim Deutschen Presserat

Der Deutsche Presserat hatte im vergangenen Jahr ordentlich zu tun: 2020 sind so viele Beschwerden eingegangen wie noch nie. Das lag nicht zuletzt an Massenbeschwerden zu einzelnen Artikeln, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurden. Auch die Zahl der Rügen ist deutlich gestiegen. Insgesamt 53 Mal verhängte die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse ihre schärfste Sanktion.
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Mediale Streitkultur verbessern

„Deutschland spricht“ heißt die Plattform von Zeit online, die politisch konträr denkende Menschen zum Zwiegespräch zusammenbringt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich ganz bezaubernd mit einem Ex-Neonazi unterhalten kann“, so Chefredakteur Jochen Wegner auf der virtuellen Erlanger Medienethiktagung der DGPuK zum Thema „Streitkulturen“. Die engagierten Diskussionen kreisten um die Rolle von Streit in der Demokratie und wie Medien mit Polarisierungen in aktuellen Diskursen umgehen können.
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BND-Gesetz muss Quellenschutz sichern

„Das Vertrauensverhältnis von Journalistinnen und Journalisten gegenüber ihren Informantinnen und Informanten muss weiterhin umfassend gewährleistet werden“, fordert ein Medienbündnis im Vorfeld einer Anhörung zur bevorstehenden Neufassung des BND-Gesetzes. Wird der vorliegende Gesetzentwurf ohne Änderungen verabschiedet, drohe „eine Schwächung des rechtlichen Status von Reporter*innen und Redakteur*innen als Berufsgeheimnisträger sowie des Redaktionsgeheimnisses“.
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