Am lebenden Objekt

Ungewöhnlich praxisnah will eine neue Einrichtung namens „medienlabor bremen“ zukünftige Online-Redakteure ausbilden: Die maximal 16 Teilnehmenden besuchen nicht nur Schreibtrainings und Gastdozenten-Seminare, sondern lernen auch „am lebenden Objekt“, wie es in der Ausschreibung heißt: Montags bis freitags produzieren sie eine eigene, öffentlich zugängliche Internet-Zeitung mit ständig aktualisierten Wort-, Film- und Tonbeiträgen.
Der Weiterbildungskurs richtet sich an Journalisten und andere Interessierte aus Medienberufen, die Anspruch auf einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur haben, also vor allem bei Erwerbslosigkeit. Die Behörde übernimmt dann alle Kosten. Angesiedelt ist das „medienlabor“ bei der Volkshochschule Bremen als anerkannte Weiterbildungsträgerin.
Das Internet-Übungsportal soll „das übliche lokale Spektrum abdecken“, aber auch auf die Vorlieben der Teilnehmer eingehen, sagt Redaktionsleiter Alexander Schnackenburg, einer von vier Ausbildern. Der 38-jährige hatte zuvor eine alternative Bremer Wochenzeitung gegründet, die aber nur kurz überlebte („M“ 10/2008 und 12/2008).
Der erste halbjährige Kurs des „medienlabors“ beginnt am 18. Oktober. Weitere Informationen unter www.medienlab.com

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Schutz vor Deepfake bei Youtube

Creator, Politiker und Journalisten bekommen bei Youtube ein Tool zur Seite gestellt, um Deepfakes von sich zu finden und zu melden. Es heißt "Likeness detection" und funktioniere ähnlich wie Content-ID, berichtet Eva-Maria Weiß im Newsletter "KI-Update" des Heise-Portals.
mehr »

Polizei schützt rechte Streamer

Das Töchterkollektiv, das am 9. März den Frauenstreik mit organisierte, sah sich während einer Kundgebung in Berlin von rechten Streamern gestört und bedroht. Die berufen sich auf die Pressefreiheit und werden von der Polizei nicht am Filmen gehindert. Kein Einzelfall, wie es scheint.
mehr »

Kann TikTok Lokaljournalismus?

Sonja Peteranderl hat für journalist.de unter anderem mit der Journalistin und Medienberaterin Pauline Tillmann darüber gesprochen, wie TikTok helfen kann, Lokaljournalismus zu stärken. „Medien können es sich heutzutage nicht leisten, nicht auf TikTok präsent zu sein”, sagt Tillmann. Zahlreiche Beispiele zeigen: Das Format wird (immer noch) unterschätzt.
mehr »

ROG: Mit Minecraft für Pressefreiheit

Das Computerspiel Minecraft ist das meistverkaufte Computerspiel aller Zeiten. Reporter ohne Grenzen (ROG) nutzt die sich darin befindliche "Uncensored Library", eine virtuelle Bibliothek, seit 2020, um zensierte Artikel von Journalist*innen in deren Heimatländern zu verbreiten. Jetzt wurde dort ein neuer Raum eröffnet und es wurden zahlreiche neue Artikel platziert.
mehr »