Start der Verhandlung von Gagentarifen

Kurzfilmproduktion bei Nacht Foto: Archivbild/Shutterstock/Faboi

In der ersten Tarifverhandlung zur Gagenerhöhung für die etwa 25.000 Filmschaffenden in deutschen Filmproduktionen am 3. November hat es noch kein Ergebnis gegeben. Die ver.di FilmUnion fordert eine Erhöhung der Wochengagen um 100 Euro ab Januar 2022 und eine Laufzeit bis Ende August 2023. Der Arbeitgeberverband Produzentenallianz hat dagegen zwei Erhöhungen um je 40 Euro und 30 Euro zu Beginn der nächsten beiden Jahre angeboten und eine deutlich längere Laufzeit bis zur Jahresmitte 2024 gefordert.

„Filmschaffende sind wie alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von stark steigenden Lebenshaltungskosten betroffen und führen berufsbedingt sogar ein überdurchschnittlich mobiles und damit kostenintensives Leben. Dem muss durch entsprechende Tariferhöhungen zum nächstmöglichen Zeitpunkt ab Januar Rechnung getragen werden. Dafür sind wir auch bereit, eine längere Laufzeit über ein Jahr hinaus bis August 2023 zu akzeptieren. Die Produzentenallianz überzieht deutlich, wenn sie die Laufzeit um fast ein weiteres Jahr verlängern will. Die ersten Erhöhungsangebote zu Beginn der Verhandlungen geben immerhin Anlass zu der optimistischen Einschätzung, dass wir mit gutem Willen zu einer schnellen Verhandlungslösung und einem baldigen Abschluss kommen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel in einer Tarifinformation.

Die ver.di FilmUnion habe zudem vorgeschlagen, nach dem eigentlichen Tarifabschluss über die Gagenerhöhung Gespräche zwischen den Tarifparteien über die Veränderung der Gagentabelle aufzunehmen. Neue Berufe sollen aufgenommen, bestehende Bezeichnungen angepasst und aktualisiert werden. Dies habe die Produzentenallianz ebenfalls befürwortet und einer speziellen Tarifarbeitsgruppe von Expert*innen zugestimmt, die bis Mitte 2022 zu Ergebnissen kommen soll. Bereits vorher forderte die ver.di FilmUnion die Aufnahme der Tätigkeit Script Supervisor als optionale Gagenposition für solche Film- und Serien-Produktionen, in denen dieses spezialisierte Berufsbild zum Einsatz komme.

Die Verhandlung wird am 23. November in München fortgesetzt.

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