Springer kündigt Stellenabbau an

Düstere Aussichten: Axel Springer kündigt Stellenabbau an
Foto: Axel Springer Verlag

Der Konzern Axel Springer hat deutliche Einsparungen und einen Stellenabbau angekündigt. Über die Umgestaltungen informierten Vorstandschef Mathias Döpfner und die Chefs der Bild- und Welt-Gruppe die Mitarbeiter*innen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Axel Springer soll ein rein digitales Medienhaus werden. „Unser Ziel ist ‚Digital Only‘“, sagte Döpfner.  „Journalismus-Kreation wird zum Kern unseres Tuns. Journalistische Produktion wird zum Nebenprodukt, immer mehr technisch gestützt und automatisiert. Das bedeutet Umbau der Redaktionen und Verschiebung von Personal und Kosten.“

ver.di kritisiert die Pläne zum Personalabbau und Umbau der Redaktionen von „Bild“ und „Welt“. Christoph Schmitz, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, erklärte dazu: „Erneut kündigt mit Axel Springer ein Großverlag an, ohne wirtschaftliche Not und mit Blick auf im Vergleich zu anderen Branchen übersteigerten Gewinnerwartungen, sich gegen journalistische Vielfalt im eigenen Verlag zu entscheiden. Nach Bertelsmann nun auch der international agierende Axel Springer-Konzern.“ Es sei eine abgehobene Unternehmensstrategie, die Renditeerwartungen in den Aufsichtsräten bedient, die immer weniger verlegerische Züge trägt.“

Alle weiteren Ausführungen vom Strukturwandel, Digitalisierung und KI seien, so erklärt Schmitz weiter, nicht zwingend für den nun erkennbaren Umfang des Personalabbaus. Ein so ertragreicher Konzern wie Axel Springer könne aus den laufenden Gewinnen in Journalismus investieren und die journalistischen Kolleginnen und Kollegen weiterhin beschäftigen. Auch das Geraune von papierloser Zeitung folge letztlich der Strategie auf einen digitalen Zeitungsvertrieb zu setzen, der zu Arbeitsplatzabbau in Druckereien führt und Investitionen in Drucktechnik vermeidet.

Döpfner kündigte nach einer Pressemitteilung an, dass man, um zu wachsen, investieren werde, gleichzeitig aber auch sparen müsse. Ziel sei, in den nächsten drei Jahren das Ergebnis um rund 100 Millionen Euro durch Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen zu verbessern. „Deutlich schlanker aufgestellt werden die unterstützenden bisherigen Zentralfunktionen, bestehend aus Finanzen, Controlling, Personal und Recht“, so Döpfner. 

In den Redaktionen würden vor allem Stellen bei der Produktion und den Funktionen wegfallen, die durch den Einsatz moderner Technologie schlanker oder ganz überflüssig würden. Eine konkrete Zahl, wie viele Stellen der Verlag abbauen wolle, nannte Döpfner nicht. Bei Reporter*innen, Autor*Innen, Fachredakteur*innen wolle man nicht abbauen.

Der Konzern beschäftigt weltweit aktuell 18.000 Mitarbeiter*innen. Dazu zählen 3.400 Journalist*innen. 2020 zog sich Axel Springer von der Börse zurück. Davor war er eine Kooperation mit dem US-Investor KKR eingegangen.

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