dju: Merdan Yanardağ sofort freilassen

Der Chefredakteur von Tele1, Merdan Yanardağ, hier noch auf Sendung. Screenshot: YouTube/ Tele 1

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di fordert die sofortige Freilassung von Merdan Yanardağ. Der Chefredakteur des des oppositionellen Fernsehsenders Tele1 war am 26. Juni von der türkischen Polizei in den Istanbuler Studios festgenommen worden. Merdan Yanardağ hatte die Haftbedingungen des als Terroristen inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan in der Sendung „4 Fragen 4 Antworten“ kritisiert. Seine Äußerungen stellen für die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft den Tatbestand der Terrorpropaganda dar.

Die dju verurteilt die Inhaftierung und die Anklage scharf! Hier soll offensichtlich ein Journalist mit an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen mundtot gemacht werden. Dabei hatte er bekräftigt, seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden und er habe weder Öcalan noch eine terroristische Organisation gelobt. Dass Tele1 mit einem Sendeverbot belegt wurde, erhärte die Vermutung. Deshalb fordert die dju auch die Aufhebung des Sendeverbots von  Tele1.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Geteilte Öffentlichkeit zusammenführen

Eine Studie des Bundesverbands Wohnen und Stadtentwicklung (vhw) untersucht die Folgen des sozio-technischen Wandels für die lokale Öffentlichkeit und damit auch für die kommunale Politik. Die zentrale Feststellung: Das Informations- und Kommunikationsverhalten der Bevölkerung, was einmal auf einer gemeinsam geteilten Öffentlichkeit mit ähnlicher Informations- und Wissensbasis beruhte, basiert mittlerweile auf einer Vielzahl von (Teil-)Öffentlichkeiten. Mit dem Konzept des „Local Public Open Space“ sehen die Forschenden eine Möglichkeit, diese wieder zusammen zu führen.
mehr »

Undercover unter Nazis

Angelique Geray arbeitet als Investigativjournalistin für RTL und den stern. Für eine Fernseh-Dokumentation schleuste sie sich in die Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ ein. Durch einen Hinweis von ihr wurden die Behörden auf die Gruppe und ihre Anschlagspläne auf eine Flüchtlingsunterkunft aufmerksam. Zu ihren Erfahrungen und Beobachtungen während der Recherche hat Geray das Buch „Undercover unter Nazis“ veröffentlicht.
mehr »

Rassismus in Redaktionen

Das Kitt Kollektiv hat 200 Menschen, die in Redaktionen arbeiten nach ihren Rassismuserfahrungen gefragt: 90 Prozent gaben an, ihn erlebt zu haben, erklärt Sarah Zaheer im Interview mit der taz. Journalismus in Deutschland hat ein Vielfaltsproblem - können einzelne Programme, die Medienhäuser und Organisationen inzwischen etabliert haben, das Problem tatsächlich verändern?
mehr »

Krasse Kürzungen bei ARD und ZDF

  Für 58 Cent bekommt man heutzutage beim Bäcker allenfalls ein Brötchen von gestern. Dennoch haben einige Bundesländer ARD und ZDF eine entsprechende Erhöhung der Rundfunkabgabe auf monatlich 18,94 Euro verweigert. Trotz einer Verfassungsbeschwerde der Sender wird der Beitrag erst 2027 steigen, und dann wohl nur um 28 Cent. Vor allem innerhalb der ARD muss daher noch mehr gespart werden. Das schließt auch einen weiteren Stellenabbau mit ein.
mehr »