Vor Desinformation schützen

Medienkompetenz vor den Landtagswahlen: dpa, Medienebene e.V. und Günter-Holland-Journalistenschule starten Prebunking-Initiative

Zu den Kommunal- und Landtagswahlen 2026 setzen die Deutsche Presse-Agentur (dpa), die Günter-Holland-Journalistenschule (GHJS) der Augsburger Allgemeinen und die Jugendmedienorganisation Medienebene e.V. gemeinsam auf die Stärkung der Medienkompetenz junger Menschen.

Erklärtes Ziel der „Prebunking Elections“-Kampagne ist es, Desinformation präventiv zu begegnen – insbesondere auf Social-Media-Plattformen (Prebunking = Schutz vor Desinformation). Anders als beim klassischen Faktencheck, der falsche Behauptungen im Nachhinein überprüft, setzt Prebunking früher an: Es klärt über typische Muster und Narrative von Falschbehauptungen auf, bevor diese ihre Wirkung entfalten können.

Schnell erklärt: KI identifizieren

Mit der Veröffentlichung des ersten Kurzvideos unter anderem auf dem Instagram-Kanal der dpa-Faktchecking-Redaktion begann dabei Mitte Februar die sichtbare Phase der Kampagne. Das Video befasst sich mit der Rolle von KI in rasant verbreiteten Falschbehauptungen. Schnell erklärt wird, mit welchen Tools es möglich ist, Bilder und Videos daraufhin zu prüfen, ob sie mit KI erstellt wurden.

Im Rahmen der Wahlen sind diese Angriffe eine besondere Herausforderung und Aufklärung im Vorfeld eine grundlegende Aufgabe. Die Kampagne verstehe man als „Perspektivwechsel im Umgang mit Desinformation. Weg von der reinen Reaktion auf Falschbehauptungen, hin zu einer präventiven Stärkung gesellschaftlicher Resilienz“, sagt Projektleiterin Jacqueline Rother vom Faktencheck-Team der dpa. Ziel sei es, das Modell auf andere Bundesländer und Wahlkontexte übertragbar zu machen.

Die Ergebnisse werden dann in einem Whitepaper der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Es bietet anderen Medienorganisationen eine praxisnahe Grundlage, um die gängigen Narrative um Wahlen zu kennen und selbst Prebunking im Lokalen zu betreiben.

Inhalte kritisch einordnen

Im Zentrum des durch den European Media and Information Fund geförderten Projekts stehen Kurzvideos für Social Media. Überregional kommen die von der dpa, mit Bezug zu Rheinland-Pfalz von Medienebene e.V. und für den bayerischen Kontext von der Günter-Holland-Journalistenschule. Sie vermitteln niedrigschwellig Wissen über Manipulationsstrategien und helfen, Inhalte kritisch einzuordnen.

Neben der Videoproduktion setzen die Projektpartner auf direkte Begegnung und Austausch. In Mainz und Augsburg begleiten Formate wie das Faktchecking Portal „Augsburg checkt’s“, in denen junge Menschen gemeinsam mit Journalist*innen über Desinformation, Narrative und journalistische Arbeitsweisen diskutieren.

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