Keine Zukunft ohne Journalismus

Beim ersten Berliner „Mediensalon“ dieses Jahres im taz Café, einer neuen Veranstaltungsreihe von dju in ver.di, DJV und der Werkstatt für Medienkompetenz meko factory, ging es „gleich ums große Ganze, nämlich um die Zukunft des Journalismus“ kündigte dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß in ihrer Begrüßung an.

Es gebe keinen Grund zur Sorge, war der optimistische Grundtenor der Veranstaltung, den Organisationsforscher Prof. Ayad Al-Ani unter der Parole „Unbedingt durchhalten!“ subsumierte. Denn guten Journalismus wird es auch in Zukunft noch brauchen, die Frage ist nur, wie dieser sich finanzieren wird.

Darauf gaben die Gäste unterschiedliche Antworten, klar wurde aber, dass die große Mehrheit der Verlage, so Anja Pasquay vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, mittlerweile erkannt habe, dass an Paid Content-Strategien kein Weg mehr vorbeiführe. Die freie Journalistin Sabrina Markutzyk und der Geschäftsführer von Steady Media, Philipp Schwörbel, warfen den Verlagen aber vor, nicht innovationsfreudig genug zu sein und viele Entwicklungen zu verschlafen. Pasquay antwortete mit einem Verweis auf diverse Innovationsoffensiven der Verlage. Einig waren sich die Panelteilnehmer_innen zumindest darüber, dass das klassische Berufsbild des Journalisten aufweichen wird. Aber Veränderungen gehören nun mal zum Geschäft.

Der nächste „Mediensalon“ zum Thema Medien und AfD findet am 28. März im taz Café statt.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ZDF: Mehr Barrierefreiheit dank KI

„Ein ZDF für alle“ – so lautet seit 2022 das Zielbild des öffentlich-rechtlichen Senders. Damit will das ZDF unter anderem auf die veränderte Mediennutzung, die digitale Transformation und eine zunehmend fragmentierte Öffentlichkeit reagieren. Dazu gehört auch, bis 2028 barrierefreie Angebote auszubauen. Dabei will das ZDF nun stärker auf KI setzen.
mehr »

Programmreform im DLF: Freie wehren sich

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Umgang mit freien Programmschaffenden im Zuge der Programmreform im Deutschlandfunk, die ab Dezember 2026 das Sendeschema des bundesweiten Radiokanals grundlegend verändern wird. In einem ver.di vorliegenden, von mehr als 550 Mitarbeitenden des Deutschlandfunks namentlich unterzeichneten Offenen Brief wehren sich die Freien.
mehr »

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

„Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »

dju will verlässlichen Quellenschutz

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert, dass Journalist*innen nach der geplanten Reform des Nachrichtendienstrechts schlechter vor Überwachung geschützt sein sollen als Anwält*innen, Geistliche und Abgeordnete. Anders als bei diesen Berufsgeheimnisträger*innen wird das verfassungsrechtlich geschützte Redaktionsgeheimnis gegen Sicherheitsinteressen abgewogen.
mehr »