Recherche-Handbuch Investigativer Journalismus

Das Recherche-Handbuch „Story-Based Inquiry“ erschien 2009 erstmals. Nun ist das Werk über investigative Methoden in einer völlig überarbeiteten zweiten Auflage neu herausgekommen. Das von der UNESCO herausgegebene Buch kann kostenlos heruntergeladen werden. Autor Mark Lee Hunter passte die Inhalte auf aktuelle Entwicklungen an. Er stellt beispielsweise Cross-Border-Recherchen in Teams, OSINT, digitale Sicherheit vor. Zudem vertieft er das Kapitel zu Befragungsmethoden und Interviewführung. Nicht zuletzt setzt er sich mit dem Für und Wider von Undercover-Recherchen auseinander.

Neu hinzugekommen ist ein Kapitel zum Thema Impact. Das Handbuch bietet eine Anleitung zu grundlegenden Methoden und Techniken des investigativen Journalismus. Damit füllt es bewusst eine Lücke in der Fachliteratur.

Grundlegend veränderte Situation

In etwas mehr als einem Jahrzehnt hat sich der investigative Journalismus grundlegend verändert. Open-Source-Intelligence, fortschrittliche Datenanalyse und neue digitale Plattformen haben investigativen Journalisten eine beispiellose Reihe von Werkzeugen an die Hand gegeben, um Missstände aufzudecken, die Wahrheit zu verteidigen und die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen. Story-Based Inquiry spielt seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2009 eine zentrale Rolle in dieser Transformation. Weltweit als wegweisende Methode für die Konzeption, Strukturierung und Veröffentlichung von Recherchen anerkannt, hat es die Art und Weise beeinflusst, wie investigative Fähigkeiten über Kulturen und Kontinente hinweg gelehrt und praktiziert werden. Es hat dazu beigetragen, eine Bewegung von über 10.000 investigativen Journalisten aufzubauen.

Auf diesem Erbe baut die aktualisierte zweite Auflage auf. Sie wurde auf neun Kapitel erweitert und integriert die neuesten Forschungsergebnisse, innovative Praktiken und Erkenntnisse aus wegweisenden globalen Untersuchungen. Gestützt auf jahrhundertelange kollektive Erfahrung in Redaktionen bietet es sowohl erfahrenen Reportern als auch Neulingen praktische Werkzeuge, um komplexe Ideen in fesselnde Geschichten zu verwandeln und gleichzeitig Quellen zu schützen und sich in der sich schnell verändernden Informationslandschaft von heute zurechtzufinden. Das Handbuch bleibt eine wichtige Ressource für Journalisten, Pädagogen und Medienorganisationen, die sich für die Stärkung der Meinungsfreiheit und die Gewährleistung von Rechenschaftspflicht weltweit einsetzen.

Ein Spin-off dieses Grundlagenwerks zum strukturierten Recherchieren ist 2018 als NR-Werkstatt Nr. 25 ins Deutsche übersetzt worden. Es steht unter dem Titel „Drehbuch der Recherche“ ebenfalls zum kostenlosen Download bereit.

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