Lokaljournalismus: Wider die Nachrichtenwüste

Foto: Pixabay

Ohne Lokaljournalismus fehlt eine Kontrollinstanz, politische Polarisierung nimmt zu, gesellschaftliches Engagement wird weniger. Darüber berichten wir bei M ebenso, wie es in zahlreichen Studien der letzten Jahre untersucht und hervorgehoben wird. Die Regionen, in denen Medienvertrauen besonders gering ist und Angriffe auf Journalist*innen zunehmen stehen immer mehr im Fokus.

Wenn es um schwindendes Medienvertrauen und sinkende Nachrichtenkompetenz in Verbindung mit steigenden Anteilen rechtsextremer Parteien geht, dienen Bundesländer wie Sachsen und Sachsen-Anhalt oft als Negativbeispiel. Als ein Grund gilt dabei seit Jahren die sinkende Zahl von vielfältigen Lokalmedien und ein Überhang an unkritischer Berichterstattung gegenüber der rechtsextremen AfD.

Mehr Faktoren als nur die AfD

Unter anderem Sophie Morár hat für die ARD im Podcast nun untersucht, wie eigentlich Lokaljournalist*innen in den beiden Bundesländern selbst ihre Arbeit einschätzen – und welche Ansätze es gibt, um Lokaljournalismus vor Ort zu stärken. Judith Kretzschmar von der Universität Leipzig spricht unter anderem über die Relevanz von Lokaljournalismus. Im Gespräch sind weiterhin Romy Blank, Studioleiterin des Vogtlandradios, die erklärt, warum für sie nicht die AfD das „Damoklesschwert“ des Lokaljournalismus ist – sondern Personalmangel, Kostendruck und veränderte Mediennutzung.

Christian Bollert, Mitgründer von detektor.fm und Initiator des neuen Podcasts und Newsletters „Dazwischen“ für Sachsen-Anhalt erzählt, wie sein Team Nachrichtenwüsten mit hintergründiger Berichterstattung füllen will und weshalb dabei auch die ostdeutsche Perspektiven wichtig ist.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Weimer macht schräge Vorschläge

Ver.di weist die Vorschläge von Wolfram Weimer vehement zurück, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten zu privatisieren oder zusammenzulegen. Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Staatsminister im Bundeskanzleramt für Kultur und Medien entsprechende Vorschläge kürzlich bei einer Tagung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung unterbreitet hatte.
mehr »

Kurdischer Journalist in türkischer Haft

Ahmet Polad wurde von Syrien in die Türkei ausgeliefert. Auch deutsche Stellen haben einen humanitären Schutz für den Journalisten, der im Januar 2026 zusammen mit der deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann von islamistischen Milizen verschleppt worden war, abgelehnt.
mehr »

Honduras: Regierung schleift Pressefreiheit

Ein halbes Jahr ist Präsident Nasry Asfura im zentralamerikanischen Honduras mit seiner Koalition aus liberaler und nationaler Partei im Amt. Die Bilanz aus Perspektive der Pressefreiheit fällt verheerend aus, so das Komitee für freie Meinungsäußerung (C-Libre). Es befürchtet weitere Verschlechterungen. Viele Attacken kommen direkt von staatlicher Seite.
mehr »

No SLAPP: Strategische Verteidigung

SLAPPs sind keine neue Entwicklung. Neu ist die massenhafte Verbreitung. Bereits Anfang der Neunzigerjahre hat z.B. Scientology gegen private und behördliche Kritiker massiv gerichtliche Verfahren geführt, bei denen auch über die Prozesskosten Druck ausgeübt werden sollte. Eine strategische Verteidigung kann dabei nützlich sein, zeigt Kapitel fünf des No-SLAPP-Handbuchs.
mehr »