Der Deutsche Fairnesspreis wird jährlich im Rahmen der feierlichen Verleihung des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES als Gemeinschaftspreis des BFFS und der ver.di FilmUnion vergeben und prämiert. Das diesjährige Thema des Fairnesspreises lautete „Zusammenleben der Kulturen“. Der Preis wurde am 11. September in Berlin verliehen.
In diesem Jahr erhiehlt der Dokumentarfilm „Im Osten was Neues“ von Loraine Blumenthal den Preis. Der Film erzählt von Thomas Eichstätt, von allen “Eichi” genannt, der eine Vergangenheit als einschlägig bekennender Rechtsradikaler in Mecklenburg-Vorpommern hat, heute allerdings ehrenamtlich in der Kleinstadt Torgelow die Fußballmannschaft des FC Pio trainiert. Viele der jungen Spieler sind aus ihren Heimatländern geflohen und kämpfen mit Jobsuche, Akzeptanz und ihrer Fluchtgeschichte. “Eichi” ist für sie oft eine Art Vaterfigur. Er übernimmt Verantwortung und sieht Menschen als Menschen, denen er hilft, im Leben neu anzukommen. Für ihn selbst bleibt dabei nicht viel, die Kommune Torgelow hat keine Mittel, um seine wertvolle Arbeit zu entlohnen.

Die Jury für den Fairnesspreis besteht in diesem Jahr aus den Branchenvertreter*innen Nuriye Jendroßek und Monika Anna Wojtyllo (beide BFFS), Sirkka Möller und Ina Stock (beide ver.di) sowie Diane Izabiliza (Schwarze Filmschaffende e.V).
Aus der Jurybegründung: „Im Osten was Neues“ erhält den Deutschen Fairnesspreis 2026. Nicht etwa, weil er ein Zusammenleben zeigt, das Rassismus auflösen kann, oder weil er eine Erlösungsgeschichte erzählt. Sondern weil er sich einfachen Erzählungen verweigert – sowohl der von der großen Fußballfamilie als auch der, in der geflüchtete Menschen nur Opfer sind. Und weil er dem Publikum die Frage nicht abnimmt, wie viel Solidarität, wie viel Widerstand es selbst leisten kann“.

