Demo für eine starke Welle

Demonstration und Kundgebung gegen Sparmaßnahmen bei der Deutschen Welle,. Die Demo verlief von der Weltzeituhr am Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. und endete dort mit einer Kundgebung. Foto: Christian v. Polenz

Unter dem Motto: „Deutsche Welle stärken! Für Dialog und Medienfreiheit – weltweit!“ demonstrierte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zusammen mit einem gewerkschaftlichen Aktionsbündnis heute in Berlin. Grund sind die drohenden Entlassungen von Beschäftigten der Deutschen Welle.

Mehrere Hundert Menschen haben im Berliner Stadtzentrum gegen Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen beim Auslandssender Deutsche Welle protestiert. Ein Demonstrationszug zog am Nachmittag vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Auch ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen sprach am Mittwoch am Brandenburger Tor: „Die Welt gerät zunehmend in einen Krisenmodus. Gerade in dieser Situation sind zuverlässige demokratische Medienstimmen wie die der Deutschen Welle in der Welt wichtiger denn je. “ Die Bundesregierung spare an der falschen Stelle, wenn sie den Etat der Deutschen Welle drastisch absenke. Medienfreiheit und unabhängiger Journalismus würden dadurch deutlich geschwächt, kritisierte der für Medien zuständige Schmitz-Dethlefsen.

Foto: Christian v. Polenz

Denn rund 200 vorwiegend freie Beschäftigte der Deutsche Welle (DW) drohen ihre Arbeit zu verlieren. Für die  DW werden wichtige Investitionen auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. „Die Folge wird ein gravierender Reichweitenverlust sein, während Stimmen der Desinformation stärker werden. Dies beschädigt die Demokratie und ist nicht hinnehmbar,“ so Schmitz-Dethlefsen.

Weltweite Reichweite

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnte die Deutsche Welle ihre weltweite Reichweite bisher ausbauen: Mit Angeboten in 32 Sprachen erreicht die DW inzwischen 337 Millionen Menschen pro Woche – ein zentraler Beitrag im Kampf gegen Desinformation, Propaganda und autokratische Tendenzen. Dieser Erfolg und Einfluss ist laut ver.di bedroht, weil der Bund das Budget der Welle für 2026 drastisch gekürzt hat, obwohl im Koalitionsvertrag vereinbart war, den Sender zu stärken.

Der Karnevalskünstler Jacques Tilly setzt mit einer seiner berühmten Skulpturen ein Zeichen gegen die geplanten Einsparungen bei der Deutsche Welle. Sein Kunstwerk zeigt Wladimir Putin, Donald Trump und einem iranischen Ajatollah, die sich gemeinsam über Budgetkürzungen bei der Deutschen Welle freuen. „Das nenne ich eine politische Dummheit“, sagte der Bildhauer Tilly der Deutschen Presse-Agentur. „Der Sender ist schließlich in vielen Staaten eine wichtige Stimme der Freiheit und Demokratie.“

Foto: Christian v. Polenz

Die Demonstrierenden wendeten sich gegen dieses fatale Signal: In einer Welt, in der unabhängige Medien täglich unter Beschuss stehen, müsse die Deutsche Welle gerade jetzt gestärkt werden.

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