Drei Fragen zum Abschluss im WDR

Westdeutscher Rundfunk Köln - Funkhaus Düsseldorf Foto: WDR/Bernd Maurer

Nach sieben intensiven Verhandlungsrunden wurde beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) ein Tarifabschluss erzielt. „Dieser Abschluss ist das Ergebnis eines harten und langen Kampfes. Unter den schwierigen finanz- und medienpolitischen Rahmenbedingungen war das kein Selbstläufer“, erklärt Christof Büttner, zuständiger Gewerkschaftssekretär von ver.di.

Dennoch ein erfolgreicher Abschluss im WDR: Für Festangestellte, Auszubildende und Beschäftigte steigen die Entgelte in drei Stufen um insgesamt bis zu 5,73 Prozent. Sicher vereinbart sind 4,73 Prozent: rückwirkend zum 1. Februar 2026 um 1,23 Prozent, zum 1. Februar 2027 um 2,0 Prozent sowie zum 1. Februar 2028 um weitere 1,5 Prozent. Weitere 0,5 Prozent sind an eine ARD-weite Einigung zur Personalgestellung geknüpft, weitere 0,5 Prozent an eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Der Weg zu diesem Ergebnis war nicht immer leicht. Dazu sprachen wir mit Christof Büttner.

Die Einigung mit dem WDR ist sehr umfangreich. Über welchen Punkt freust du dich am meisten?

Wir haben im Bereich der Auszubildenden viele neue Mitglieder gewonnen und eine gute Beteiligung an Aktionen. Mit dieser Kraft konnten die Kolleg*innen den zusätzlichen Urlaubstag und die Übernahmegarantie durchsetzen, obwohl die Arbeitgeberseite während der ersten sechs Verhandlungsrunden nicht bereit war, diese Zugeständnisse zu machen. Das hat mich sehr beeindruckt.

Es gab bereits im Juni einen Abschluss. Weshalb habt ihr weiter gestreikt und verhandelt?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Beispiel: WDR und VRFF wollten etwa vier Millionen Euro nur auszahlen, falls sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf Regeln für Versetzungen und Personalgestellung einigen. Wir haben diese Bedingung geändert. Zwei Millionen Euro bekommen die Beschäftigten jetzt auf jeden Fall. Das ist gut für die Beschäftigten, weil sie dieses Geld sicher erhalten. Außerdem haben wir dadurch bei den weiteren Verhandlungen weniger Druck. So können wir bessere und gerechtere Regeln für Versetzungen und Personalgestellung vereinbaren.

Hat der Vertrag mit der VRFF nun keine Gültigkeit mehr?

Für die Mitglieder von unisono, DJV und ver.di im WDR gilt der bessere Abschluss. VRFF-Mitglieder, die auf Nummer sicher gehen wollen, können zu einer dieser Gewerkschaften übertreten. Da der Arbeitgeber in der Vergangenheit sehr von der VRFF profitierte, kann ich mir gut vorstellen, dass VRFF und Arbeitgeber schon bald verkünden, dass der bessere Abschluss nun auch für VRFF-Mitglieder gilt.

 

 

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