Springer baut Stellen in Polen ab

Der Europäische Journalistenverband (EFJ) fordert gemeinsam mit der dju in ver.di und den Journalistenverbänden aus Polen und der Schweiz den deutschen Springer-Konzern und den Schweizer Verlag Ringier auf, ihre Pläne zum Stellenabbau bei ihrem polnischen Gemeinschaftsunternehmen Ringier Axel Springer Polska (RASP) aufzugeben.

Nach Informationen der dju in ver.di beabsichtigt das Unternehmen, seine Belegschaft um fast 12 Prozent zu reduzieren. Bei 1.350 Beschäftigten könnte dies zu rund 160 Entlassungen führen, obwohl RASP im Jahr 2024 161 Millionen Zloty (rund 37,86 Millionen Euro) an seine Aktionäre ausschütten wird.

Vor diesem Hintergrund sind die geplanten Entlassungen umso unverständlicher, erklärt Peter Freitag, Co-Vorsitzender der dju und Mitglied der EFJ-Expertengruppe für Arbeitsrechte: „Wenn ein Unternehmen genug Geld hat, um die Renditeerwartungen seiner Aktionäre zu erfüllen, dann müssen auch die Beschäftigten einen Anteil an dem von ihnen geschaffenen Wert erhalten und dürfen nicht mit Entlassungen bestraft werden!“

RASP-Präsident Aleksander Kutela führt die Notwendigkeit von Einsparungen auf die Weigerung der großen Tech-Unternehmen zurück, die Medien für die Nutzung von Inhalten fair zu vergüten, sowie auf den daraus resultierenden Rückgang der Besucherzahlen.

Die EFJ und ihre Mitgliedsorganisationen verurteilen die geplanten Entlassungen und solidarisieren sich mit den RASP-Beschäftigten und der polnischen Gewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP) in ihrem Kampf gegen den Stellenabbau und für faire Arbeitsbedingungen. Wir unterstützen voll und ganz ihre berechtigten Forderungen, den Umfang der Entlassungen zu reduzieren und fairere Lösungen zu suchen.

EFJ-Präsidentin Maja Sever sagte: „Wir erkennen die Herausforderungen an, denen sich die Medien im digitalen Zeitalter gegenübersehen, aber Entlassungen sollten niemals das erste Mittel der Wahl sein. Es sind die Journalisten, die den Wert schaffen, der es ermöglicht, die Aktionäre zu entschädigen. Wir fordern Springer und Ringier nachdrücklich auf, mit den Gewerkschaften zusammenzuarbeiten, um Lösungen zu finden, die Arbeitsplätze und Fairness sichern.“

 

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