Weniger Frauen in Führungspositionen

Grafik zur Geschlechtergerechtigkeit

Foto: 123rf

Der Frauenmachtanteil in den deutschen Leitmedien ist laut Pro Quote Medien erneut gesunken. Das zeigt eine neue Leitmedienzählung. Der gewichtete Frauenmachtquotient liegt aktuell bei  37,3 Prozent – ein weiterer Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber Januar 2026.

„Nach fünf Zählungen mit sinkenden Frauenanteilen an der Spitze von Redaktionen ist klar, dass die Werte keine Ausreißer sind, sondern einen Abwärtstrend markieren“, erklärt ProQuote Vorstandsvorsitzende Helena Ott. „Das ist besorgniserregend, weil es die mühsam erkämpfte Teilhabe und Repräsentation von Frauen im Journalismus sukzessive wieder schwächt.”

Der Verein ProQuote Medien hält an der Forderung 50:50 fest und damit an einer paritätischen Verteilung von Führung und Verantwortung im Journalismus – egal ob in landesweiten Rundfunkanstalten, großen Verlagshäusern oder Lokalzeitungen.
Die Auswertung von ProQuote Medien zeigt deutliche Rückgänge bei der Süddeutschen Zeitung (-3,6 Prozentpunkte), die damit wieder knapp unter die 50 Prozentmarke rutscht. Die Welt verliert (-2,1) und auch Die Zeit (-1,6). Leicht verbessert haben sich Stern (+2,0), Focus (+1,4) und Bild (+1,3) aber sie bewegen sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als die Spitzenreiter.

Dort steht weiterhin die taz mit einem Frauenmachtanteil von 61,9 Prozent (mit einem plus von 0,6 Prozentpunkten), gefolgt von der Süddeutschen Zeitung mit 49,1 Prozent. Dahinter tauschen Der Spiegel (41,4 Prozent) und Die Zeit (41,0 Prozent) die Plätze im Ranking. Auffällig ist, dass die Führung dreier Medienhäuser wieder stark männlich dominiert ist – dort ist maximal jede vierte Führungskraft eine Frau. Dazu gehören der Focus (25,3 Prozent), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (25,0 Prozent) und mit großem Abstand Die Welt (14,6 Prozent). Damit liegt der Frauenmachtanteil erstmals seit Beginn der Zählung bei einem Medium unterhalb der Marke von 15 Prozent.

Frauenmachtanteil rückläufig seit 2024

Von den neun Chefredaktionen der Leitmedien sind vier (bei der Süddeutschen Zeitung, Bild, Focus und der taz) ganz oder teilweise von Frauen besetzt.
Im Januar 2024 haben wir erstmals einen rückläufigen Frauenanteil gemessen. Seitdem beobachten wir bei jeder neuen Zählung, wie sich der Anteil langsam vom Spitzenwert von 2023, einem Frauenanteil von knapp über 39 Prozent, entfernt. „Ein schleichender Abwärtstrend, aber wenn sich die Richtung nicht bald dreht, verliert der Journalismus wieder deutlich an weiblicher Perspektive, Chancengleichheit und Repräsentation von Frauen”, sagt ProQuote Vorstandsvorsitzende Helena Ott.

 

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