Deutscher Presserat prüft Schleichwerbung in Printmedien

In der aktuellen Debatte um die Schleichwerbung im Rundfunk gelte es, dem Deutschen Presserat zufolge auch zu prüfen, wie es in den Printmedien mit der Trennung von redaktionellen Texten und Werbung aussieht.

„Einen Wandel des Zusammenspiels zwischen Journalismus, PR und Werbung wird jeder Zeitungsleser beobachten können. Dennoch lässt sich anhand der Beschwerden beim Deutschen Presserat kein Trend in Richtung verstärkte Schleichwerbung erkennen“, hieß es auf der Jahrespressekonferenz des Deutschen Presserates im August. So gab es im Beschwerdeausschuss im vergangenen Jahr nur 16 Beschwerden (von insgesamt 235) zum Trennungsgebot in Ziffer 7. Diese Zahl werde voraussichtlich in diesem Jahr zwar steigen – doch Schwankungen seien hier üblich, so die Einschätzung. Der Presserat spricht sich „für eine strikte Einhaltung des Trennungsgebotes aus und fordert die Printmedien dazu auf – auch und vor allem – im eigenen Interesse darauf zu achten“. Der geplanten Änderung der EU-Fernsehrichtlinie, die eine Lockerung des Product Placements im Fernsehen vorsieht, stehe der Presserat kritisch gegenüber. Eine Aufweichung im TV- Bereich könne dazu führen, dass der Druck auf die Printredaktionen noch größer wird, sich ebenfalls zu öffnen.

Dem neuen Jahrbuch 2005 liegt erstmalig eine CD-ROM bei, die alle im Beschwerdeausschuss behandelten Fälle seit 1985 enthält. Die Spruchpraxis des Presserats liegt mit dieser Dokumentation zum ersten Mal komplett vor. Für die Redaktionen bietet diese Lösung eine optimale Unterstützung: den schnellen Zugriff auf Referenzfälle für ähnlich gelagerte Situationen.

Schwerpunkt des Jahrbuchs 2005 ist das Thema „Gewaltfotos“. Der Presserat musste sich in den letzten Jahren verstärkt mit Beschwerden befassen, die Tote oder Verletzte zeigten – ob nach einem Terroranschlag, einer Naturkatastrophe oder aus Kriegsgebieten. Mit dem Für und Wider solcher Fotos und deren Grenzen beschäftigen sich die beiden Gastautoren: Rudolf Kreitz, Chefredakteur des Kölner Express, und der Medienwirkungsforscher Prof. Hans-Bernd Brosius von der Universität München. Bestellung bitte nur bei: Jahrbuch des DPR 2005 inklusive CD-ROM, UVK Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 20 51, 78420 Konstanz, Telefon: 07531 / 9 05 30.

 

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