Unzulässige Werbung

Regionalzeitung sendet im Offenen Kanal Kassel

Unter dem Titel „Alszus – Das Redaktionsmagazin“ kommt die Regionalzeitung Hessisch / Niedersächsische Allgemeine (HNA) seit Mitte Februar auch per Bildschirm zum „Leser“. Ausgestrahlt werden die 15 Minuten jeden Wochentag 17.45 Uhr vom Offenen Kanal (OK) in Kassel.

Ver.di kritisiert die Zulassung diesen Magazins. In einem Schreiben an die für die zuständige Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) weist ver.di darauf hin, dass es sich bei dem ausgestrahlten Programm nicht um Beiträge im Sinne der Regelungen zu den Offenen Kanälen handele. Das in der Redaktion der HNA produzierte Magazin sei aber offenbar ein Programm des Dierichs-Verlags aus der Ippen-Gruppe, in dem die HNA erscheint. Auch wenn die Anmeldung des Programms durch die Privatperson Horst Seidenfaden, HNA-Chefredakteur, erfolgt sei, lasse die HNA selbst kaum Zweifel an ihrer Urheberschaft und werbe für „Alszus“ mit dem Hinweis, „Redakteure der HNA berichten, was in der Zeitung von morgen stehen wird.“ Werbung aber sei im Offenen Kanal nicht zulässig. „Für uns ist völlig unverständlich, weshalb ein Unternehmen wie die Ippen-Gruppe mit erheblicher Meinungsmacht auf dem nordhessischen Zeitungsmarkt auf dem Umweg über einen Offenen Kanal Zugang zum Fernsehmarkt erhält,“ sagt Manfred Moos vom ver.di-Fachbereich Medien. Die LPR verlangte im Ergebnis ihrer April-Sitzung, vorerst die Sendung so zu gestalten, dass der Eindruck einer „HNA-Sendung“ nicht mehr entstehe.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ZDF: Mehr Barrierefreiheit dank KI

„Ein ZDF für alle“ – so lautet seit 2022 das Zielbild des öffentlich-rechtlichen Senders. Damit will das ZDF unter anderem auf die veränderte Mediennutzung, die digitale Transformation und eine zunehmend fragmentierte Öffentlichkeit reagieren. Dazu gehört auch, bis 2028 barrierefreie Angebote auszubauen. Dabei will das ZDF nun stärker auf KI setzen.
mehr »

Programmreform im DLF: Freie wehren sich

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Umgang mit freien Programmschaffenden im Zuge der Programmreform im Deutschlandfunk, die ab Dezember 2026 das Sendeschema des bundesweiten Radiokanals grundlegend verändern wird. In einem ver.di vorliegenden, von mehr als 550 Mitarbeitenden des Deutschlandfunks namentlich unterzeichneten Offenen Brief wehren sich die Freien.
mehr »

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

„Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »

dju will verlässlichen Quellenschutz

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert, dass Journalist*innen nach der geplanten Reform des Nachrichtendienstrechts schlechter vor Überwachung geschützt sein sollen als Anwält*innen, Geistliche und Abgeordnete. Anders als bei diesen Berufsgeheimnisträger*innen wird das verfassungsrechtlich geschützte Redaktionsgeheimnis gegen Sicherheitsinteressen abgewogen.
mehr »