Erneut Warnstreik bei Kölner RRG

Die Kölner ZeitungsmacherInnen streiken erneut für die Tarifbindung
Foto: Bernd Kupilas

In Köln wird bei der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) erneut für die Tarifbindung gestreikt. Der Ausstand begleitet die fünfte Runde der seit Februar laufenden Tarifverhandlungen. „Wir wollen Tarif“ skandierten die Beschäftigten zum Auftakt der Verhandlungen vor den Verhandlungsräumen im Kölner Gewerkschaftshaus.

2014 war die Rheinische Redaktionsgemeinschaft als gemeinsame Tochter von DuMont und Heinen gegründet worden, um die Lokalredaktionen von Kölner Stadtanzeiger und Kölnischer Rundschau zusammenzulegen. Im Zuge dessen war für die 101 Mitarbeiter_innen der neuen Gesellschaft auch die frühere Tarifbindung weggefallen. Die Beschäftigten fordern nun einen Firmentarifvertrag. Damit wollen sie die Anerkennung der gültigen Flächentarifverträge für Redakteurinnen und Redakteure sowie für Angestellte an Tageszeitungsverlagen erzielen. „Wir erwarten, dass sich endlich etwas bewegt“, erklärte Stephan Otten, Verhandlungsführer für die dju in ver.di.

Nach dem vorangegangenen ersten Warnstreik konnte in der vierten Verhandlungsrunde am 15. August bereits erreicht werden, dass die Arbeitgeberseite von Begrifflichkeiten wie „innerbetriebliche Vereinbarung“ oder „Entgeltordnungen“ abgerückt ist und nun endlich über Tarifverträge gesprochen wird.

Seit heute Morgen 9 Uhr 30 befinden sich die Redaktionsbeschäftigten erneut im Warnstreik, die Außenbüros der beiden Kölner Zeitungstitel konnten nur in Minimalbesetzung arbeiten. Die Gewerkschaften dju in ver.di und DJV hatten 95 Mitarbeiter_innen zum Warnstreik aufgerufen, davon sind lediglich 17 zur Arbeit erschienen. Die anderen beteiligten sich am Streik, waren erkrankt, hatten sich einen freien Tag genommen oder waren am letzten Schultag vor Beginn der NRW-Herbstferien bereits in Urlaub.


Aktualisierung nach der fünften Verhandlung am 20. Oktober :

Die Gewerkschaften ver.di und DJV haben der Geschäftsführung am 20. Oktober den Entwurf eines Anerkennungstarifvertrages vorgelegt, mit dem für die Beschäftigten der Redaktionsgemeinschaft die bestehenden Flächentarifverträge für die Redakteurinnen und Redakteure sowie die Verlagsangestellten gelten sollten. Zugleich belegte die Arbeitnehmerseite mit Zahlen, dass eine generelle Tarifbindung bezahlbar sei. Sie werde, auch angesichts des anstehenden Generationenwechsels, „langfristig nicht dazu führen …, dass die Personalkosten steigen“, hieß es von den Gewerkschaften. In der tariflosen RGG gelten gegenwärtig nur noch für etwa 70 Prozent der Beschäftigten Tarifbedingungen.

Das von der Arbeitgeberseite zu Beginn der Verhandlungen vorgelegte Eckpunktepapier stellt aus Gewerkschaftssicht „keine Grundlage zur weiteren Verhandlungen dar“, da die Angebote weit hinter den Forderungen der Belegschaft zurückblieben.

Ein nächster Verhandlungstermin werde für den 24. November angestrebt.

 

 

 

 

nach oben

weiterlesen

Weltweit: Getötet, inhaftiert, entführt

In diesem Jahr sind bis zum 1. Dezember weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte von ihnen kam in nur fünf Ländern ums Leben: in Afghanistan, Syrien, Mexiko, Jemen und Indien. 348 Medienschaffende sind weltweit inhaftiert, vor allem in China, Ägypten, der Türkei, Iran und Saudi-Arabien. Das geht aus der Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018 von Reporter ohne Grenzen hervor.
mehr »

Erste Hilfe gegen den Hass im Netz

Nicht zufällig am 10. Dezember 2018, dem 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte, starteten die Neuen deutschen Medienmacher eine Erste-Hilfe-Seite gegen Hassrede im Netz. Der Online-Helpdesk zum richtigen Umgang mit Hate Speech hat Erfahrungen von Fachleuten und Aktivist_innen aufgenommen und für die Praxis aufbereitet, um Medienschaffende im Kampf gegen Hass und Hetze im Netz zu unterstützen. Akuten Rat gibt es zielgerichtet: Vorher. Jetzt. Danach - das sind die obersten Menüpunkte des Helpdesk.
mehr »

Tarifdeal Absage erteilt

Die Tarifkommission der Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hat im November das Ergebnis der Tarifverhandlungen für Redakteur_innen an Tageszeitungen endgültig abgelehnt. Sie wird den zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und dem DJV abgeschlossen Tarifvertrag nicht nachzeichnen. Damit bleibt die dju ihrer Forderung nach einer tatsächlichen Reallohnsteigerung treu, für die viele Redakteur_innen an Tageszeitungen gestreikt hatten. Und sie folgt damit dem in einer Abstimmung abgegebenen Votum ihrer Mitglieder, diesem Deal eine klare Absage zu erteilen.
mehr »

Fotografieren ohne zu diskriminieren

Wenn auf Bildern schwarze Anwälte zu sehen sind, weibliche Autoknacker, kopftuchtragende Ärztinnen und rollstuhlfahrende Kommissare, dann werden Merkmale wie Nationalität, Religion und Hautfarbe unwichtig.“ So umschreibt Carmen Colinas ihre Vision von einer diskriminierungsarmen Bildberichterstattung. Sie ist Mitglied bei den Neuen deutschen Medienmachern, die zusammen mit den Sozialhelden und dem Lesben- und Schwulen-Verband Deutschland in Berlin einen Workshop für Fotograf_innen und Bildredakteur_innen veranstalteten, um Leitlinien für journalistische Praxis zu erarbeiten.
mehr »