Verleger lehnen Kompromissangebot der Gewerkschaften ab

Sechste Runde der MTV-Verhandlungen für Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften

Der VDZ will Beiträge der Redakteurinnen und Redakteure kosenlos in Online-Diensten nutzen und will die Lohnfortzahlung bei Krankheit verschlechtern.

Auch die sechste Runde der Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag für die Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften ist ohne Ergebnis geblieben. Die IG Medien und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) trennten sich am 3. Dezember 96 nach fünfstündigen Verhandlungen ohne die Vereinbarung eines neuen Termins.Hauptstreitpunkt war die künftige Regelung der Urhebervergütungen bei der Nutzung von redaktionellen Texten und Fotos der Redakteurinnen und Redakteure von Zeitschriften in elektronischer Form, insbesondere in Online-Diensten und im Internet. Die Verleger verlangen im Widerspruch zu den derzeit geltenden Regelungen die Möglichkeit der kostenlosen Nutzung. Dies lehnt die IG Medien ab.

Ein von IG Medien und DJV gemeinsam eingebrachter Kompromißvorschlag, den vor zwei Jahren gekündigten Manteltarifvertrag aus Gründen der Tarifsicherheit für die angestellten Redakteurinnen und Redakteure unter Ausschluß der Urheberproblematik unverändert wieder in Kraft zu setzen, lehnte der VDZ ab. Die Verlegerseite verlangte stattdessen verbindliche Zusagen der Gewerkschaften für Verschlechterungen beim Kündigungsschutz, bei der Jahresleistung und beim Urlaubsgeld.

Die Gewerkschaften hatten zuvor ihre Bereitschaft erklärt, auf die tarifliche Durchsetzung ihrer Forderungen zu Teilzeitmöglichkeiten, Weiterbildung und Frauengleichstellung zu verzichten. IG Medien und DJV boten stattdessen an, Regelungen unterhalb der tarifvertraglichen Ebene abzu-schließen. Diesen Vorschlag, den der VDZ noch vor einem halben Jahr selbst gemacht hatte, lehnten die Verleger nun ab.

Als weitere Forderung, die das ohnehin angespannte Klima zwischen den Tarifvertragsparteien noch weiter verschärfen wird, kündigte der VDZ an, auch die Frage der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in die Verhandlungen einzubringen. Die Kürzung der Lohnfortzahlung entsprechend den gesetzlichen Möglichkeiten gehöre „selbstverständlich mit in das Paket“, erklärte der VDZ.

 

nach oben

weiterlesen

Filmtipp: „Silence Radio“

Der Dokumentarfilm „Silence Radio“ begleitet die bekannte mexikanische Journalistin Carmen Aristegui in ihrem Kampf gegen Drohungen und Zensur. Die Regisseurin Juliana Fanjul zeigt meisterhaft auf, wie gefährdet die Pressefreiheit in Mexiko ist. Und wie wichtig es ist, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Die Angst darf nicht siegen“, ruft die Journalistin ihren Landsleuten in einer ihrer Sendungen zu.
mehr »

Tariflicher Zuschlag gehört obendrauf

Onlinezuschläge können laut tarifvertraglichen Regelungen beim Bayerischen Rundfunk nicht in Tagessätze für die Honorierung von TV-und Hörfunkbeiträge eingepreist werden, sondern sind zusätzlich zu zahlen. Das besagt ein Urteil des Arbeitsgerichts München, mit dem ein arbeitnehmerähnlicher Freier vom Sender jetzt mit ver.di-Rechtsschutz eine Nachzahlung für zwei Jahre erstritt.
mehr »

VG Wort: Ausschüttung Anfang Juli 2021

209,94 Millionen Euro hat die Verwertungsgesellschaft Wort 2020 aus Urheberrechten eingenommen. Im Vorjahr waren es 156,12 Millionen Euro. Das liegt an einer Nachzahlung in Höhe von rund 60 Millionen Euro für die Vorjahre, gab Rainer Just, geschäftsführender Vorstand, auf einer rein virtuellen Mitgliederversammlung der VG Wort am 20. März 2021 bekannt. „Die Hauptausschüttung für 2020 findet Anfang Juli 2021 statt“, sagte Just.
mehr »

Die dju – ein Angebot zur Mitgestaltung

Mit dem neuen Jahrtausend kam auch für die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di einiges an Neuem. Noch bevor sie ihren 50. Geburtstag feierte, knackte sie im Jahr 2000 die 20.000-Mitglieder-Marke. 2001 kam ver.di und die dju feierte ihr halbes Jahrhundert im Retro-Look im Kölner Gürzenich. Zur 60-Jahr-Feier waren die Kolleginnen und Kollegen von Rundfunk, Fernsehen und audiovisuellen Medien in der neuen Fachgruppe Medien mit dabei. Und nun, zum 70. Geburtstag, steht der dju in ver.di wieder etwas Neues ins Haus: Ein Feiertag in Pandemiezeiten.
mehr »