Gewalt gegen Medienschaffende

Gewalt gegen Journalist*innen ist bei Demonstrationen keine Ausnahme mehr. Foto: 123rf

Eine erneut alarmierende Bilanz zieht die internationale Organisation Reporters Sans Frontiers (RSF), die weltweit Angriffe und Gewalttaten gegen Journalist*innen und damit gegen die Pressefreiheit dokumentiert: 55 getötete, 550 inhaftierte, 55 in Geiselhaft genommene und 95 unter unklaren Umständen vermisste Medienschaffende sind bis Anfang Dezember für dieses Jahr zu beklagen.

Im Krieg im Nahen Osten ist Palästina die tödlichste Region (16 Fälle) in diesem Jahr, das Unterdrückungsregime in China hat die meisten Inhaftierten Journalist*innen (128) in seinen Gefängnissen. Ganz aktuell lässt der Sturz des syrischen Präsidenten Assad aber hoffen, dass mit der Öffnung von Gefängnissen des Regimes die darin inhaftierten 23 syrischen Journalist*innen mittlerweile befreit werden konnten. Der RSF-Bericht nennt viele weitere Berufskolleg*innen, die wie Niloofar Hamedi und Elaheh Mohammadi im Iran, Stanis Bujakera in der Republik Kongo oder Aasif Sultan in Indien und einige andere in diesem Jahr aus der Haft entlassen wurden, meist durch internationalen Druck veranlasst.

Für lückenlose Aufklärung

„Unsere Kolleg*innen waren im Einsatz um die sprichwörtlich im Krieg sterbende Wahrheit für die Öffentlichkeit in Erfahrung zu bringen und sind dafür gestorben. Sie waren an lebensgefährlichen Orten, versuchten, sich bestmöglich zu schützen und werden immer wieder aber auch zu gezielten Opfern der kriegsführenden Armeen oder Milizen. Geplante und befohlene Tötungen von Medienschaffenden sind Kriegsverbrechen und müssen aufgeklärt werden.“, fordert der stellvertretende dju-Vorsitzende Peter Freitag.

„Inhaftierte Kolleg*innen dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Sie werden durch unsere und die weltweite Solidarität geschützt.“

Dass diese Mühen nicht umsonst sind, zeigten die dieses Jahr in Europa prominenten Freigekommenen wie Julian Assange, Alsu Kurmasheva und Evan Gershkovich. #JournalismIsNotACrime‘ ist die weltweite Losung, die vor Gefängnissen und bei Prozessen lautstark als Forderung gerufen werde, so Freitag weiter.

Für die über sechshundert Kolleg*innen, die in Haft oder verschleppt sind, lässt die Arbeit von RSF und die internationale Solidarität von Menschenrechts- und Journalist*innen-Organisation die Hoffnung auf Freiheit für Kolleg*innen nicht versiegen. Die Hoffnung und der Kampf für weltweite Pressefreiheit ohne Fesseln oder Särge wird von der dju in ver.di unterstützt. Diese weltweit agierenden Partnerorganisationen brauchen starke Unterstützung und weitgehende mediale Berichterstattung über ihre für die Pressefreiheit unverzichtbare Arbeit.


Die RSF-Jahresbilanz gibt es hier: www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz

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