Erneute ver.di-Streiks in der ARD

Streik im NDR. Foto: Leon Stöcker

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am heutigen Donnerstag in den ARD-Sendern NDR und WDR zum gemeinsamen Streik auf. Auch im BR wird es Aktionen geben. Hintergrund sind die gekündigten Tarifverträge zu Gehalt und Honoraren zu Ende Januar 2026. Die Verhandlungen dazu blieben bislang ergebnislos. Mit Programmeinschränkungen wird gerechnet.

Die Forderung von ver.di, die Tarifgehälter und Honorare um sieben Prozent, mindestens aber um 300 Euro und für Auszubildende im ÖRR um mindestens 200 Euro monatlich zu erhöhen, sind bisher mit Angeboten für dreijährige Laufzeiten und jeweiligen Erhöhungen in den Jahren zwischen 0 bis 2 Prozent beantwortet worden.

ARD steht auf der Bremse

Dies würde Erhöhungen weit unter den aktuellen und erwartbaren Inflationsraten bedeuten. Doch auch solche Angebote stellen die Sender noch unter aufschiebende Bedingungen und stellen finanziell und rechtlich nachteilige Gegenforderungen auf.

„Die Tarifverhandelnden der ARD-Sender stehen auf der Bremse und tragen damit zur Eskalation der Tarifauseinandersetzung bei“, sagte Christoph Schmitz-Dethlefsen, für Medien zuständig im ver.di-Bundesvorstand.

„Statt zielgerichtet über faire Tariflösungen zu verhandeln, wird taktiert. Es werden Termine verschleppt, mit Angeboten weit unter dem Machbaren der Fortgang der Gespräche ausgebremst und sogar noch mit Gegenforderungen in ungekündigten Tarifverträgen aufgewartet. Sehr verständlich, dass dies zu Verärgerung und Streikwillen der Rundfunk-Beschäftigten führt. Für ein gutes Rundfunkprogramm braucht es ein gutes Arbeitsklima und mehr Schulterschluss zwischen Senderleitungen sowie den Medienschaffenden in Redaktionen, Technik und Verwaltungen. Höchste Zeit dafür – und damit auch die Zeichen in den Tarifverhandlungen auf Einigungsbereitschaft zu setzen.“

NDR im Streik. Foto: Leon Stöcker

In den einzelnen Sendeanstalten wird eigenständig verhandelt. Im NDR kam es bereits im April zum Warnstreik. „Statt auf jedoch auf unsere Forderungen einzugehen und ein verbessertes Angebot vorzulegen, konfrontierte der NDR die Gewerkschaften mit eigenen Forderungen – darunter eine Ausdehnung des Ausgleichszeitraums für Überstunden auf bis zu zwölf Monate. Das wäre eine zusätzliche Belastung für uns Beschäftigte. Wir stehen bereits heute unter hohem Arbeitsdruck“, kritisiert auch Almut Hamdorf, stellvertretende Vorsitzende von ver.di im NDR.


Nächste Verhandlungstermine sind im NDR am 19. Mai 2026, im BR am 22. Mai 2026 und im WDR am 9. Juni 2026

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