Kämpferischer Auftakt im ÖRR

Foto: ver.di

In politisch umkämpften Zeiten beginnen auch im ÖRR die Tarifverhandlungen. Ver.di ruft die Hamburger Beschäftigten beim NDR daher heute zum Warnstreik auf. Er beginnt am Dienstag und endet am Mittwoch um 1.30 Uhr. Seit Februar läuft der Tarifkonflikt um die Gehälter, Honorare und Ausbildungsvergütungen der rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten.

Bereits im Dezember gab ver.di die Forderungen im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) bekannt. Sie betreffen mehr als 40.000 Festangestellte und arbeitnehmerähnliche Freie in ARD, ZDF und Deutschlandradio. Es geht dabei unter anderem um Gehalts- und Honorarsteigerungen von 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Mit einem bundesweiten Aktionstag Ende Februar forderten die Beschäftigten ihre Arbeitgeber auf, endlich in Verhandlungen über angemessene Gehälter und Honorare sowie über Entlastungstage einzutreten.

Tarifkommissionen im ÖRR fordern:

Gehalts- und Honorarsteigerungen:
7 Prozent, mindestens jedoch
300 Euro monatlich.

Bei MDR, NDR, WDR, SWR und BR forderten die Beschäftigten die Senderleitungen auf, ihre Verzögerungstaktik aufzugeben und konstruktiv zu verhandeln. Seit Ende Januar verweigern die Senderleitungen ernsthafte Gespräche. Beim Bayerischen Rundfunk wurden nicht einmal Verhandlungstermine benannt.

Streik im NDR. Foto: Leon Stöcker

Beim MDR steht ver.di vor zusätzlichen Herausforderungen, um einen weiteren Reallohnverlust zu verhindern. Der Sender hatte bereits Sparmaßnahmen angekündigt. Die Beschäftigten wenden sich aber entschieden gegen weitere Einbußen, gegen eine Abkopplung von anderen Rundfunkanstalten sowie gegen eine Entkopplung vom öffentlichen Dienst.

Für Nachwuchskräfte:

Für Lernende wie Auszubildende,
Dual Studierende und Volontärinnen und Volontäre sollen die Vergütungen um 200 Euro monatlich steigen.
Offenheit für Verbesserungen bei der Alterssicherung für Freie, Freistellungen für Sorgearbeit und ähnliche soziale Maßnahmen, die auf das Volumen der Tariferhöhung angerechnet werden können.

Auch die Beschäftigten der Deutschen Welle, die sich derzeit noch nicht in Tarifverhandlungen befinden, beteiligten sich am Aktionstag. Anlässlich des Equal Pay Day machten sie auf die anhaltende Ungleichbezahlung von Frauen und Männern aufmerksam und riefen zur Solidarität mit den Beschäftigten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf.

 

 

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