Für die Pressefreiheit: Die dju wird 75

Die dju wird 75. Foto: privat

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di feiert 2026  ihr 75-jähriges Bestehen. Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai richtet die Gewerkschaft den Blick auf die aktuellen Herausforderungen für unabhängigen und kritischen Journalismus.  

Wachsender Wirtschaftlicher Druck auf Medienhäuser, Angriffe auf Medienschaffende sowie neue Machtstrukturen in der digitalen Öffentlichkeit sorgen für grundlegende Veränderungen journalistischer Arbeitsbedingungen.  

 Die Gründung der dju am 1. April 1951 war eine deutliche Antwort auf die Erfahrungen von Diktatur und Propaganda und ein Bekenntnis zu unabhängigem Journalismus als Fundament der Demokratie.  

Journalismus in Zeiten von Desinformation

Ein dreiviertel Jahrhundert später, in Zeiten zunehmender Desinformation, Propaganda und autokratischer Tendenzen wächst die Bedeutung verlässlicher journalistischer Informationen für die demokratische Öffentlichkeit. Professioneller Journalismus sorgt für Einordnung, Kontrolle von Macht und transparente Debatten. 

Rangliste der Pressefreiheit

Deutschland ist in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit (von Reporter ohne Grenzen) erneut zurückgefallen. Die Bundesrepublik liegt 2026 nur noch auf Platz 14 und damit drei Ränge schlechter als im Vorjahr.

Unabhängiger Journalismus ist ein unverzichtbarer Teil der demokratischen Brandmauer. Damit er diese Rolle erfüllen kann, bedarf es verlässlicher Rahmenbedingungen, sowie angemessener Einkommens- und Arbeitsbedingungen. Seit 75 Jahren verteidigt die dju diese Freiheit mit klarer Haltung auf der Straße und am Verhandlungstisch mit den Arbeitgebern.

„Die Frage, unter welchen Bedingungen Journalist*innen sicher und unabhängig arbeiten können, ist heute ebenso aktuell wie zur Gründung der dju“, sagt Danica Bensmail, dju-Bundesgeschäftsführerin. „Wachsende Plattformmacht, die Vereinnahmung von Journalismus durch KI und Big Tech sowie zunehmende Attacken auf Medienschaffende zeigen, dass Pressefreiheit nicht selbstverständlich ist, sondern aktiv geschützt werden muss – jeden Tag.“


Mehr zur Geschichte der dju  – HIER-  und wie sie zu ver.di kam.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »

Sorgerechts-Drama bei der ARD

Mit einem zweiteiligen Fernsehfilm zum Thema Sorgerecht will die ARD ein Tabu brechen. Doch das Projekt verzögert sich – und ist bereits vor dem Dreh heftig umstritten. Es ist bereits die zweite Produktion zum Thema.
mehr »

Streamingdienste brauchen Standards

Anlässlich der heutigen Bundestagsanhörung zum Regierungsentwurf zum Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz (MedienInvestVG) und zur Situation der Filmbranche bekräftigt ver.di ihre Forderung zur Nachbesserung des Gesetzes zur stärkeren Berücksichtigung guter Arbeitsbedingungen in Filmproduktionen.
mehr »

Recherchematerial der „Zeit“ beschlagnahmt

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert die Beschlagnahme von Recherchematerial der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufs Schärfste und fordert dessen sofortige Rückgabe. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt hatten am Montag auf Beschluss des Landgerichts Hamburg mit der Durchsuchung der Redaktion und der Wohnung einer Autorin gedroht.
mehr »