Die dju in ver.di kritisiert den Kahlschlag der Regionalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau. Zum 30. September endet die Tätigkeit der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG). 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen. Die betroffenen Beschäftigten müssen sich jedoch auf neu zugeschnittene Stellen bewerben. Eine Übernahmegarantie gibt es nicht.
„Aus langjährigen Beschäftigten werden Bewerber*innen im eigenen Haus. DuMont lässt 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen, sagt aber nicht, wie viele neue journalistische Stellen entstehen, wer übernommen wird und zu welchen Bedingungen. Digitale Transformation darf nicht zur Tarifflucht werden“, betont Danica Bensmail, dju-Bundesgeschäftsführerin.
DuMont kündigt zugleich an, Produktionsschritte stärker mithilfe von KI und neuen technischen Systemen zu automatisieren. „Wer 57 Stellen streicht und gleichzeitig auf KI und Automatisierung setzt, muss erklären, wie Journalismus künftig tatsächlich vor Ort entstehen soll“, so Bensmail. „KI kann Redaktionen unterstützen. Sie darf aber nicht zum Vorwand werden, Personal abzubauen und Arbeit zu verdichten. Hier wird journalistische Qualität gefährdet.“
Leidtragende dürfte neben den Journalist*innen auch die Leserschaft sein. Beide Titel verzichten bewusst auf die langjährige Expertise von erfahrenen Journalist*innen und lassen Inhalte von einer Firma erstellen, die bisher über keine vergleichbaren Strukturen und Beschäftigte mit entsprechender Erfahrung verfügt.
dju fordert Übernahmeangebote
„Die dju fordert DuMont auf, die Stellenbilanz offenzulegen, den Beschäftigten verbindliche Übernahmeangebote zu machen und die neuen Regio-Teams tariflich abzusichern. Für diejenigen, die nicht übernommen werden, braucht es einen fairen Sozialplan“, unterstreicht Alexandra Roth, dju-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen.

