Russischer Redakteur mit dem Tod bedroht

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die Drohungen gegen den stellvertretenden Chefredakteur der Zeitung Nowaja Gaseta, Sergej Sokolow. „Wenn Journalisten mit dem Tod bedroht werden, nehmen wir das sehr ernst“, sagte ROG-Vorstandsmitglied Gemma Pörzgen Mitte Juni in Berlin. „Seit dem Amtsantritt Wladimir Putins im Jahr 2000 sind in Russland 26 Journalisten getötet worden, allein fünf von ihnen aus der Redaktion der Nowaja Gaseta.“
Der russische Chefermittler Alexander Bastrykin war am 4. Juni mit dem Journalisten Sergej Sokolow in einen Wald bei Moskau gefahren, hatte ihn dort wegen eines kritischen Artikels beschimpft und gedroht, sollte dem Journalisten etwas zustoßen, werde er – Bastrykin – die Ermittlungen leiten. Sokolow war daraufhin ins Ausland geflohen.
Bastrykin ist als oberster Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft auch für die Untersuchungen im Mordfall Anna Politkowskaja verantwortlich. Sie hatte für die Nowaja Gaseta über die Gewalt in Tschetschenien berichtet und wurde vor fünfeinhalb Jahren in Moskau erschossen.
Mehr dazu unter: www.reporter-ohne-grenzen.de

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Umfragen, die ins Weltbild passen

Junge Männer wollen, dass Frauen ihnen gehorchen? Meinungsforschungsinstitute vermarkten geschickt ihre zweifelhaften Umfrageergebnisse - und Medien folgen unkritisch der vorgegebenen Interpretation. Wie sich Geschlechterrollen auch in der Berichterstattung verfestigen können.
mehr »

Kritisch, regional und investigativ

„Regionaljournalismus – wichtiger denn je“ war das Forum der Initiative Qualität im Journalismus im Presseclub Nürnberg überschrieben. Die Initiative, bei der auch die dju in ver.di mitarbeitet, diskutierte über die in der Region besonders große Dichte von Privatradios, das Berichten über Rechtsextremismus und Deepfakes.
mehr »

Tschüss Papier, hallo Pixel

Ab heute ist die überregionale Tageszeitung nd-Der Tag, nach 80 Jahren, nur noch online zu lesen. Die gedruckte Wochenendausgabe bleibt bestehen. Seit dem 1. Januar 2022 hat die Zeitung die Rechtsform einer Genossenschaft.
mehr »

Immer Ärger mit der Obrigkeit

In seinem aktuellen Buch „Meinungsfreiheit“ analysierte Ronen Steinke deren aktuellen Zustand. Der promovierte Jurist und leitende Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung spricht mit M über seine Schlussfolgerungen.
mehr »