Tod bleibt ungesühnt

TEHERAN. Mit einem Freispruch endete am 24. Juli in Teheran der Prozess um den Tod der kanadischen Fotojournalistin Zahra Kazemi. Diese war im Juni vergangenen Jahres beim Fotografieren vor dem berüchtigten Evin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt festgenommen worden.

Wenige Tage später war sie im Polizeigewahrsam an einem Schädelbruch mit Gehirnblutung gestorben. Eine von Irans Präsident Mohammed Chatami eingesetzte Kommission kam zum Ergebnis, dass der Tod Kazemis, eine Kanadierin iranischer Herkunft, die Folge eines schweren Schlages auf den Kopf war. Dennoch wurde der angeklagte Geheimdienstbeamte jetzt freigesprochen – aus Mangel an Beweisen und nach einem denkwürdigen Verfahren. Denn sogar die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die in dem Verfahren die Mutter der getöteten Journalistin vertrat, ging von der Unschuld des Angeklagten aus. Ihrer Ansicht nach befinden sich die wahren Schuldigen noch auf freiem Fuß. Um das Verfahren neu aufzurollen, kündigte sie an, alle Möglichkeiten auch auf internationaler Ebene ausschöpfen zu wollen.
hg

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Spanien: Strafe für Berichterstattung?

Die spanische Datenschutzbehörde will Zeitungen bestrafen, weil sie illegal in soziale Bewegungen eingeschleuste Polizisten enttarnt oder darüber berichtet hatten. Bislang sind Gerichte nicht tätig. Die Vorgänge drohen zu einem Präzedenzfall zu werden, warnen die betroffenen Medien und Menschenrechtsorganisationen.
mehr »

AI Act legt KI-Kennzeichnung fest

Petra Schwegler fasst für die Webseite der Medientage München die seit dem 2. August 2026 geltenden Bestimmungen zur KI-Kennzeichnung zusammen. Der AI Act gilt: Wer KI-generierte oder -manipulierte Inhalte veröffentlicht, muss das kennzeichnen. Die Regel gilt für Chatbots, für Deepfakes, für Werbespots, für alles künstlich Generierte.
mehr »

Journalist weiter in syrischer Haft

Zivilgesellschaftliche Gruppen rufen dazu auf, sich weiter für die Freilassung des kurdischen Journalisten Ahmet Polad einzusetzen. Er war im Januar gemeinsam mit seiner deutschen Kollegin Eva Maria Michelmann  in der nordsyrischen Stadt Raqqa verschwunden. Seit dem 19. Juni 2026 ist Michelmann wieder in Köln. Polad ist weiter in Haft.
mehr »

US-Regierung schränkt Journalistenvisa ein

Die US- Regierung hat vor, die Gültigkeitsdauer von Visa für ausländische Journalist*innen in den USA von mehreren Jahren auf 240 Tage zu verkürzen. Für chinesische Journalist*innen soll die Gültigkeit auf  90 Tage  beschränkt werden. Der Europäische Journalistenverband (EFJ) verurteilt diese drastische Einschränkung aufs Schärfste.
mehr »