dju: Medienschaffende brauchen Schutz

Journalist*innen müssen dringend besser vor Gewalt geschützt werden. Foto: AFP/ Armando Babani

Eine aktuelle Gesetzesnovelle soll Personen besser zu schützen, die im öffentlichen Interesse tätig sind. Dazu zählen unter anderem Rettungskräfte, Polizist*innen oder Politiker*innen. Aus Sicht der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) müssen auch Medienvertreter*innen bei ihrer beruflichen Tätigkeit ausdrücklich in diesen Schutz einbezogen werden.

Die dju in ver.di fordert, Medienschaffende in die geplante Gesetzesnovelle des § 116 Strafgesetzbuch (StGB-E) aufzunehmen und sie bei Angriffen während ihrer beruflichen Tätigkeit unter besonderen strafrechtlichen Schutz zu stellen. Ziel der Novelle ist es, Personen besser zu schützen, die im öffentlichen Interesse tätig sind – darunter bislang unter anderem Rettungskräfte, Polizist*innen oder Politiker*innen.  Medienvertreter*innen sollten bei ihrer beruflichen Tätigkeit ausdrücklich in diesen Schutz einbezogen werden, so die dju.

„Journalist*innen leisten mit ihrer Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung. Ohne unabhängigen Journalismus ist Demokratie nicht denkbar“, sagt Lars Hansen, dju-Co-Vorsitzender. Gleichzeitig gehörten Bedrohungen, Einschüchterungen und tätliche Angriffe für viele Medienschaffende längst zum Berufsalltag – bei Demonstrationen, bei Recherchen in extremistischen Milieus oder im Lokaljournalismus, betont der Gewerkschafter.

In einem gesellschaftlichen Reizklima, befeuert durch die politische Rechte, digitale Hetze und Desinformation, nähmen Bedrohungen und Angriffe weiter zu. Die dju in ver.di fordert daher, bei der geplanten Gesetzesnovelle, Medienschaffende klar und eindeutig als besonders schützenswerte Gruppe zu benennen. „Der § 116 schützt Menschen, die für das Gemeinwohl arbeiten. Medienschaffende gehören dazu und müssen dort ausdrücklich benannt werden“, fasst Hansen zusammen.

Auch ein aktueller Beitrag der tageszeitung verweist auf die aktuelle Bedrohungslage, der Pressevertreter*innen in Deutschland derzeit ausgesetzt sind.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Grundrechte statt Vorratsdatenspeicherung

Ver.di kritisiert den Referentenentwurf aus dem Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV), mit dem eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung eingeführt werden soll. Ausnahmen für Berufsgeheimnisträger – wie etwa Medienschaffende oder Rechtsanwält*innen – werden darin gestrichen.
mehr »

Demokratie auf der Anklagebank

Der aktuelle Bericht der Coalition Against SLAPPs in Europe (CASE) und der Daphne Caruana Galizia Foundation  zeigt, dass die Zahl missbräuchlicher Klagen in ganz Europa weiter steigt. Trotz des neuen EU-Gesetzes gegen SLAPP-Klagen, das im Mai 2024 in Kraft getreten ist und das die Länder bis Mai 2026 in nationales Recht umsetzen müssen, nehmen SLAPPs weiter zu.
mehr »

Buchtipp: Streik doch einfach mit

Am Dienstagabend wurde im Büchercafe in der ver.di Bundesverwaltung ein Buch vorgestellt, das  die Geschichte des 138tägigen Streiks beim Kölner Bundesanzeiger Verlag erzählt. Es berichtet von der Weigerung des Unternehmens zu verhandeln, von den Repressalien, mit denen die Streikenden zu kämpfen hatten und den Versuchen, deren Willen mit allen Mitteln zu brechen.
mehr »

Schock nach Kahlschlag bei RTL

Mit Unverständnis, Trauer und auch Wut haben die Beschäftigten bei RTL Deutschland auf den konzernweiten Stellenabbau reagiert. „Wir und die Kollegen haben dies in zahlreichen Gesprächen und in aller Deutlichkeit ausgedrückt“, sagt Wolfram Kuhnigk, Betriebsratsvorsitzender bei RTL-News, gegenüber M.
mehr »