Ganztägiger Warnstreik bei der dpa

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die rund 800 Beschäftigten der Deutsche Presse Agentur (dpa) für heute zum ganztätigen Streik aufgerufen. Der Streik startete um Mitternacht und dauert den ganzen Tag bis 24 Uhr.

Bestreikt wird die Deutsche Presse Agentur (dpa), ihre Landesbüros, der Berliner Newsroom und die dortigen Tochtergesellschaften wie beispielsweise die dpa infocom. Damit wollen die Beschäftigten im weiteren Verlauf der Tarifverhandlung Bewegung in die zuletzt ins Stocken geratene Tarifverhandlung bringen, die zwischen den Gewerkschaften ver.di zusammen mit dem DJV und der dpa-Geschäftsführung geführt werden.

Erste ganztägige Arbeitsniederlegung in der Geschichte der dpa

„Der heutige Streiktag ist historisch. Es ist die erste ganztägige Arbeitsniederlegung in der Geschichte der dpa-Nachrichtenagentur. Zuvor gab es 2019 erst eine kurzzeitigere Arbeitsniederlegung für zwei Stunden“, erklärt ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel. „Die dpa-Beschäftigten versorgen deutsche Medien rund um die Uhr und unter enormem Hochdruck mit hochwertigen und zuverlässigen Nachrichtenprodukten. Das sehen sie vom Arbeitgeber nicht ausreichend anerkannt“, so Fintel. Der Streik sei auch Ausdruck ihrer Sorge um die gesunkene Kaufkraft durch die Inflation, um gestiegene Lebenshaltungskosten und um die zunehmende Abwanderung vieler Beschäftigter raus aus der Nachrichtenagentur. „Es ist mutig, in der zentralen Nachrichtequelle des Landes einen ganzen Tag lang die Arbeit niederzulegen. Das muss sich in einem starken Tarifergebnis auszahlen. Es braucht daher mehr als das bisher angebotene Lohnplus und es braucht eine kürzere Laufzeit“, so der Gewerkschaftssekretär.

Die Gewerkschaftsforderung sieht eine Erhöhung der Gehälter um einen monatlichen Festbetrag von 250 Euro für 2026 und für 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent mit einer Laufzeit von 18 Monaten vor. Das letzte Angebot der dpa-Geschäftsführung aus der zweiten Verhandlungsrunde sah für das Jahr 2026 eine prozentuale Erhöhung um 2,3 Prozent oder alternativ eine Erhöhung der Gehälter einheitlich um 110 Euro (Festbetrag) und für das Jahr 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent vor. In zwei folgenden Tarifverhandlungsrunden, zuletzt am 17. März, hatte die dpa keine weitergehenden Angebote an die Beschäftigten der Nachrichtenagentur gemacht.


Die fünfte Tarifverhandlungsrunde findet am Freitag, den 27. März um 10:00 Uhr in Berlin statt.

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