DuMont schließt Druckerei in Köln

Neven DuMont Haus, Köln
Foto: DuMont Mediengruppe

Das Kölner Medienhaus DuMont (KStA Medien) schließt mit sofortiger Wirkung sein Druckzentrum in Köln. Das hat der Konzern am Mittwochmorgen bei einer Betriebsversammlung bekanntgegeben. Mit sofortiger Wirkung, werden die Ausgaben des Kölner Stadt-Anzeigers, der Kölnischen Rundschau und des Express nicht mehr in Köln, sondern in Koblenz beim Mittelrhein-Verlag gedruckt. Von der dauerhaften Einstellung des Geschäftsbetriebs der outgesourcten DuMont Druck Köln betroffen sind rund 200 Kolleg*innen im Druckzentrum und bei der DuMont-Tochter RZZ Versand.

Wie es für sie weitergeht, ist bislang unklar. „In den nun anstehenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat werden die betriebsverfassungsrechtlichen Vorgaben und Verfahren eingehalten und alle tariflichen Rahmenbedingungen beachtet“, ließ Thomas Schultz-Homberg, Geschäftsführer von KStA-Medien, am Mittwoch Vormittag verkünden. Die Herausgeber Isabelle Neven DuMont und Christian Dumont Schütte ließen den Betroffenen lediglich „unser persönliches Bedauern“ mitteilen.

Digitalisierung angestrebt

Das Unternehmen, das den Tarifvertrag für das Druckzentrum bereits vor Monaten gekündigt hatte, begründet die Schließung mit der „gesamtwirtschaftlichen Situation mit ihrem heutigen Kostenvolumen – gerade im Hinblick auf die Papier-, Strom und Gaspreisentwicklungen“. Zudem strebt KStA Medien nach eigenen Angaben mittelfristig an, „ein rein digitales Unternehmen zu werden“.

Die Zerschlagung der eigenen Druckerei und die Vergabe des Druckauftrags nach Koblenz hat auch Folgen für das Layout der Zeitungen von KStA Medien. Sie erscheinen bislang im Berliner Format. Jetzt ist das Medienhaus gezwungen, alle drei Titel auf das größere rheinische Format umzustellen.


Update: 5.10., Kritik kommt auch von ver.di

„Das Vorgehen des Arbeitgebers lässt uns sprachlos zurück. Ein Unternehmen, das immer auf seine Tradition und soziale Verantwortung geschworen hat, opfert diese von heute auf morgen dem Profitzuwachs. Leidtragende sind rund 200 Beschäftigte“, erklärte der zuständige ver.di Gewerkschaftssekretär, Viktor Efa.

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