DuMont – Spaß am Klagen

„Stolz ist das Haus DuMont Schauberg auf seinen Buchverlag und seine bekannten Reiseführer.“ Diesen Satz zu verbreiten, soll in Zukunft unter Strafe gestellt werden. Einen entsprechenden Vorstoß hat jetzt der DuMont (Reise-)Buchverlag vorgenommen. Doch nicht nur dieser Satz, sondern ein kompletter Absatz soll zukünftig nicht mehr publiziert werden dürfen:

„Stolz ist das Haus DuMont Schauberg auf seinen Buchverlag und seine bekannten Reiseführer. Nicht an die große Glocke hängen will man indessen, daß das Haus seit einigen Monaten auch die Mehrheit am Münchner Reiseveranstalter Max A. Klingenstein hält. Gänzlich verpönt ist der Hinweis, daß die Verquickung von Reiseunternehmen und Reiseverlag den Verbraucher zur Vorsicht mahnen sollte. Wie ernst kann der Reisende jetzt noch Empfehlungen in Reisebüchern nehmen, wenn dabei die Angebote des mit dem Haus verbandelten Veranstalters gemeint sind.“
(Zitiert aus dem Schreiben der Anwälte an die Kölner dju)

Der Absatz stammt aus einem IG-Medien-Flugblatt mit der Überschrift „Stadt-Anzeiger-Leser sollen nicht alles wissen“, das vor dem Kölner Pressehaus verteilt wurde. Nun soll die Kölner dju eine Unterlassenserklärung abgeben und dann im Falle der weiteren Verbreitung 10100 DM Strafe zahlen. Außerdem solle die IG Medien für Ge-winneinbußen aufkommen, die durch die Verbreitung des Flugblattes entstanden seien, und für Kosten einstehen, die „zur Beseitigung der durch ihr Flugblatt entstandenen Verbrauchertäuschung“ notwendig sind. Schließlich, so meint die Kanzlei: „Die von Ihnen aufgestellte Behauptung ist nicht nur grob falsch, sondern auch vorsätzlich unwahr.“

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Machen Sie es sich unbequem

Ich bin Rechtshänderin. Neulich habe ich mir morgens die Zähne mit der linken Hand geputzt. Keine gute Idee. Es fühlte sich falsch an. Ungelenk. Irgendwie so, als würde mein Gehirn die ganze Zeit protestieren. Und genau genommen tat es das auch. Unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Es baut dafür regelrechte Autobahnen im Kopf. Und alles, was davon abweicht, fühlt sich erst einmal anstrengend an.
mehr »

Deutsche Journalistin in syrischer Isolationshaft

Am 18. Januar war die für kurdische Medien schreibende Journalistin Eva Maria Michelmann verschwunden. Jetzt wurde enthüllt, dass sie in Aleppo inhaftiert ist. Ihre Angehörigen sind jedoch weiterhin besorgt.
mehr »

Hyperreaktivität: Die Macht der Memes

Online-Kommunikation ist geprägt von Überreizung, Missverständnissen und gegenseitigem Misstrauen. Mit der Kulturwissenschaftlerin Annekatrin Kohout haben wir über ihre Bestandsaufnahme der digitalen Gegenwart und die Erregungsdynamik der sozialen Medien gesprochen.
mehr »

Medienmacher*innen bündeln Fachwisssen

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen NdM haben das gesammelte Fachwissen aus ihrer mittlerweile 18-jährigen Arbeit auf einer neuen Plattform für den Redaktionsalltag gebündelt. Interessierte finden dort Infos und Tools zum Umgang mit Hass im Netz und Desinformation, zur Verantwortung von Medien und Zivilgesellschaft, Schutzmaßnahmen für Medienschaffende bis hin zu Empfehlungen für mehr Diversität in Redaktionen.
mehr »