Editorial: Der eigene Qualitätsanspruch

Die Balance zu halten zwischen Regulierung und Selbstregulierung im Bereich von Medien und Kommunikation charakterisiert eine demokratische Gesellschaft. Mehr noch, die Waage sollte klar zugunsten der Selbstkontrolle ausschlagen, wenn die hehren Grundsätze der deutschen Verfassung wirklich gelebt werden.

Der Medien- und Meinungsfreiheit und ihrer Verteidigung stehen Grundsätze wie Jugendschutz, die Unversehrtheit der Persönlichkeit, Datenschutz gegenüber. Gremien für diese Aufgaben gibt es nicht wenige in Deutschland, sie gelten als beispielhaft in Europa. Gleichsam genießen Aktivitäten dieser Gremien zu geringe Anerkennung in der politischen Öffentlichkeit, finden selbst in den Medien wenig Beachtung. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Bürger nicht wissen, dass sie sich mit ihrer Kritik direkt an diese Selbstkontrollorgane wenden können, dass sie auf diese Weise Einfluss auf die Qualität von Journalismus und Kommunikation nehmen können. An Aktivitäten der deutschen Selbstkontrollgremien mangelt es nicht. Der Deutsche Presserat gehört zu den Vorreitern der Medienselbstkontrolle hierzulande. Er wird am 20. November 50 Jahre alt. Trotz aller Grenzen: Mit Erfolg und Engagement streitet er für ethische und Qualitätsansprüche im Journalismus – und bewältigt dabei seit seiner Gründung eine wachsende Zahl von Eingaben. ( titelthema: medienselbstkontrolle)
Vermeintliche Verletzungen von Persönlichkeitsrechten beschäftigen derzeit in Deutschland, aber auch europaweit die gerichtlichen Instanzen. Mit einer Flut von Verfügungen, häufig gegen Belanglosigkeiten, werden Schwärzungen von vorgeblich falschen „Fakten“, von persönliche Befindlichkeiten verletzenden Passagen oder von unliebsamen Meinungen durchgesetzt. Trickreiche Advokaten lassen so die Demokratie des freien Wortes den Bach runtergehen. Kein Wunder, dass der Deutsche Presserat eine „zunehmende Verunsicherung“ in Redaktionen und Rechtsabteilungen konstatiert. Eine wohl zutreffende Beobachtung, angesichts selten gewordener kritischer, aufklärerisch-hintergründiger Medienbeiträge.
Der Anspruch an die Medienselbstkontrolle, an den Deutschen Presserat, sollte angesichts dieser Entwick­lung und der damit sinkenden Qualität auch ein Anspruch an jeden einzelnen Journalisten sein. Welchen Stellenwert hat innere Medienfreiheit in Redaktionen, Verlagen und Funk­häusern heute? Wie kann sie als Instrument der Qualitätskontrolle wirksam genutzt werden? Unter dieser Prämisse wird der „Zensor Markt“ auf dem 20. Journalistentag der dju in ver.di am 25. November in Berlin unter die Lupe genommen. Ein weiteres Jubiläum also und damit zum zwanzigsten Mal die Chance, konstruktiv für und über guten Journalismus zu streiten.

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Beschwerde-Rekord beim Deutschen Presserat

Der Deutsche Presserat hatte im vergangenen Jahr ordentlich zu tun: 2020 sind so viele Beschwerden eingegangen wie noch nie. Das lag nicht zuletzt an Massenbeschwerden zu einzelnen Artikeln, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurden. Auch die Zahl der Rügen ist deutlich gestiegen. Insgesamt 53 Mal verhängte die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse ihre schärfste Sanktion.
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Gibbet Fisch, oder gibbet kein Fisch?

Der Spruch stammt von meinem Musiker-Kollegen, mit dem ich als Autor in den 90iger Jahren, also in den guten analogen Zeiten, auf Lesereise war. Ein paar Bier, ein Abendessen und das Eintrittsgeld waren immer drin, und selbst wenn am Ende der Lesung der Hut rumging, kam ein nettes Sümmchen zusammen. Zeiten, von denen man heute nur noch träumen kann.
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Hanau: Betroffenen mehr Raum geben

Zum Jahrestag des rassisch motivierten Anschlags in Hanau hatten Interkultureller Mediendialog und dju in ver.di Hessen eingeladen, über Diskursverschiebungen in der Berichterstattung zu diskutieren. Es gebe zwar mehr Sensibilität, aber „in bestimmten Redaktionen ist der Groschen noch nicht gefallen, weil es sie nicht betrifft“, konstatierte Hadija Haruna-Oelker vom Hessischen Rundfunk.  Veränderungen habe es vor allem durch den Druck von Angehörigeninitiativen der neun Opfer gegeben, so Gregor Haschnik von der „Frankfurter Rundschau“.
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Wenn abstrakte Ideen konkret werden

Designer*innen „machen die Welt zu einem schöneren Ort“, heißt es blumig bei der Rheinischen Fachhochschule Köln. „Design heißt, Lösungen für Probleme zu entwickeln“, sagt Professor Klaus Neuburg vom Mediendesign-Studiengang der Ostfalia-Hochschule ganz rational. Und ein Problem hatten seine Studierenden bei der Planung der Jahresausstellung:  Statt die Werke wie üblich in der Hochschule zeigen zu können, wanderte pandemiebedingt alles in eine selbstentwickelte 3-D-Ausstellung mit dem Titel „Prototyp“.
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