Helpline: Hilfe für Journalist*innen

Wie arbeiten wir als Journalist*innen gut und innovativ zusammen? Und warum sind manche Prozesse so schwer zu etablieren? Eine Leipziger Studie untersucht agiles Arbeiten. Bild: 123rf

„Stress, Druck, arbeiten an der Belastungsgrenze: Journalismus kann krank machen. Kennt ihr das? Habt ihr Ärger mit euren Redaktionsleiter*innen? Mit Kolleg*innen? Rauben euch diese Probleme den Schlaf? Oder hat euch ein Erlebnis im Job traumatisiert? Dann ruft jetzt unsere Helpline an!“ Mit diesem Appell wendet sich Christian Esser, Vorstand im Netzwerk Recherche, an betroffene Journalist*innen. Das Telefonberatung für Journalist*innen startet am 2. November. 

Die Helpline ist eine unabhängige, anonyme und kostenlose* Telefonberatung für Journalist*innen mit psychosozialen Problemen. Sie steht allen festangestellten und freien Kolleg*innen offen. Sie ist während der offenen Sprechzeiten (montags von 18 – 20 Uhr und donnerstags von 16 – 18 Uhr) unter 030 – 7543 7633 erreichbar. Darüber hinaus können online Gesprächstermine gebucht werden (dienstags 18 – 20 Uhr und freitags 8 – 10 Uhr).

Kein Therapieersatz

Aber: Die Helpline ist kein Therapieersatz und vermittelt keine Therapieplätze, betonen die Macher. Am anderen Ende der Leitung sitzen speziell geschulte Journalist*innen, die viele Herausforderungen des Berufs aus eigener Erfahrung kennen oder zumindest nachvollziehen können. Sie hören zu und suchen gemeinsam mit den Anrufenden nach Lösungen. „Wenn es Dir akut schlecht geht und die Helpline nicht erreichbar ist, wende Dich bitte an den nächsten sozialpsychiatrischen Dienst oder die nächste Klinik und rufe in Notfällen die 112 an.“

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Neben der Telefonberatung beginnt auch die Ausbildung der ersten 15 Peer-Supporter beim Projekt Helpline. Ermöglicht wird die Ausbildung durch die Journalist*innenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung. In dem Workshop lernen Journalist*innen unter anderem, wie sie betroffenen Kolleg*innen, die sich an die Helpline wenden, bestmöglich helfen können. Zugleich sollen sie aber auch die Grenzen eines Peer-Support-Angebots erkennen.

Netzwerk Recherche hofft auf mehr Unterstützung in der Branche. Partner sind bislang neben der Friedrich-Ebert-Stiftung unter anderem der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), der DJV, das Dart Center for Journalism and Trauma Europe, „Der Spiegel“, die Hochschule Fresenius Heidelberg, die „Süddeutsche Zeitung“ oder Reporter ohne Grenzen. Kürzlich wurde die Helpline für ein zweijähriges Förderprogramm der Bundesregierung ausgewählt.

Mit dem Arbeitsdruck auf Journalisten in der medialen Transformation hat sich auch die Otto-Brenner-Stiftung befasst.


Unser Podcast mit dem Projektleiter von Helpline: Malte Werner über Stressoren, die Verantwortung der Verlage und die besondere Betroffenheit von freien Journalist*innen.

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