Ihr habt uns vergessen

Die Top 10 vernachlässigter Themen in den Medien

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) veröffentlichte die zehn gesellschaftlich relevanten Themen, die 2011 in den deutschen Medien am meisten vernachlässigt wurden. Da gibt es zum Beispiel die drei Experten, die eigenmächtig 580 Milliarden Euro vergeben dürfen!


Dass die Banken gerettet werden müssen berichteten die Medien ohne Unterlass, wie dies geschieht allerdings kaum. Laut der INA kommen die Kredite dafür aus 580 Milliarden schweren Fonds, die allein von drei Finanz-Experten verwaltet würden. Der Staat habe hier lediglich Informationsrechte. Original-Dokumente gibt es für Parlamentarier nicht zu sehen, so die Initiative über das Thema, das sie an Nummer eins ihrer Liste setzte.
Den knappsten Sprung in die vernachlässigten Zehn schafften dieses Jahr die Erfinder Deutschlands. Auch ihre schlechte Arbeitssituation straften die Medien mit Nichtbeachtung. Ebenso wie die Proteste von Studenten gegen die Einbindung ihrer Hochschulen in die Militärforschung. Genauso wie alternative Geldsysteme, die kaum ein Massenmedium erwägen will. Warum das Auswärtige Amt immer noch, nicht aber die Medien, vor Reisen in den Kaukasus warnt, ist in der ausführlichen Top 10 auf www.derblindefleck.de, dem Blog der INA, zu lesen.
Das Gemeinschaftsprojekt INA fünf deutscher Hochschulen stellt jedes Jahr eine Jury aus Journalisten und Wissenschaftlern, die sich für zehn von meist etwa 20 Themen entscheiden und diese priorisieren muss. Eingereicht von verschiedenen Organisationen, aber auch Bürgerinnen und Bürgern, werden die Themen von studentischen Recherche-Teams der Universitäten geprüft und der Jury vorgelegt.

nach oben

weiterlesen

Medienleute schützen, nicht verteufeln

Als völlig geschichtsvergessen bezeichnet die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di Hessen den Aufruf aus dem Umfeld der sogenannten Querdenker, am Sonntag in Frankfurt am Main gegen die „gleichgeschalteten Medien“ zu demonstrieren. Von der Polizei werde erwartet, dass sie Journalist*innen vor Übergriffen schützt, betonen auch die öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse.
mehr »

Verbandsklagerecht für Urheber unverzichtbar

Das Verbandsklagerecht muss zwingend als neues Rechtsinstrument in das Urheberrecht aufgenommen werden. Mit dieser Forderung wenden sich der Deutsche Journalisten-Verband und die Gewerkschaft ver.di gemeinsam an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Unterstützung erfahren die beiden Gewerkschaften durch ein Rechtsgutachten und den konkreten Formulierungsvorschlag von Prof. Dr. Caroline Meller-Hannich, Universität Halle-Wittenberg.
mehr »

Corona wirkt als Test für Menschenrechte

Die Menschenrechtslage hat sich in der Covid-19-Krise für Millionen von Menschen unmittelbar oder mittelbar verschlechtert, stellt Amnesty International im weltweiten Menschenrechts-Report 2020/21 fest. In vielen Teilen der Welt hätten die Pandemie und ihre Folgen im letzten Jahr die Auswirkungen von Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung verstärkt. Auch für Deutschland wird Handlungsbedarf ausgemacht.
mehr »

Wie hybrid darf ein Dokumentarfilm sein?

Der Dokumentarfilm „Lovemobil“ bietet seit Tagen heißen Diskussionsstoff. Eine STRG_F-Reportage des NDR hatte enthüllt, dass die Autorin Elke Lehrenkrauss den Film teilweise mit Darsteller*innen inszeniert hatte - ohne dies offenzulegen. Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG-Dok) nahm den Eklat um die "Fake-Doku" zum Anlass, in Kooperation mit der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF) einen Web-Panel unter dem Titel „Was darf Dokumentarfilm?“ zu veranstalten.
mehr »