Digitale Augenzeugen

Holger Isermann untersucht in seiner Dissertation den Umgang journalistischer Medien mit Amateurbildern.

Holger Isermann Digitale Augenzeugen. Entgrenzung, Funktionswandel und Glaubwürdigkeit im Bildjournalismus VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2015, 395 Seiten, 49,95 Euro, ISBN: 978-3658082185

Dies geschieht anhand verschiedener Ereignisse wie der Ermordung der Iranerin Neda Agha-Soltan, dem Folterskandal in Abu Ghraib oder dem Tod des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. Im Vordergrund steht dabei die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Authentizität als der zentralen Leitidee des professionellen Bildjournalismus. Isermann weist nach, wie Amateure bei Schlüsselereignissen die Funktion des Augenzeugen übernehmen können. Anhand der visuellen Berichterstattung deutscher Medien über den Syrienkrieg zeigt er des Weiteren auf, wie im Prozess der Bildkommunikation Amateurbilder durch die Verbreitung über Agenturen „professionalisiert” werden.

 

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Buchtipp: Egalität in Sprache und Sein

„In dem Moment, in dem Sprache für mich nicht mehr funktionierte, begann ich, sie in ihrer Struktur wahrzunehmen.“ Journalistin und Netzaktivistin Kübra Gümüsay zeigt in ihrem sehr persönlichen ersten Buch "Sprache und Sein" anhand zahlreicher Beispiele, wie Sprache Welten erschließen, aber auch Menschen von Diskursen ausschließen kann. Sie plädiert für mehr Toleranz, die jedoch nicht grenzenlos sein darf.
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Buchtipp: Ausbildung mit „blinden Flecken“

Wirtschaftspolitische Berichte spielen eine Schlüsselrolle in den meisten gesellschaftlichen Diskussionen, erklärt Valentin Sagvosdkin in der Studie der Otto-Brenner-Stiftung zur Ausbildung von Wirtschaftsjournalist*innen. Doch mangele es an Pluralität, wichtige Themen wie „Gerechtigkeitsdebatten“ würden kaum aufgegriffen, denn eine einseitige Fokussierung auf neoliberale Wirtschaftstheorien werde schon in der Ausbildung vermittelt. Diese „blinden Flecken“ im Wirtschaftsjournalismus seien spätestens seit der Finanzkrise 2008 offenkundig.
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Neue Publik-Chefin

Maria Kniesburges war seit 2007 Chefredakteurin der ver.di publik und der ver.di news. 14 Jahre lang prägte sie die ver.di-Medienlandschaft. Jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin Petra Welzel ist seit dem 1. September im Amt. Die Kunsthistorikerin und Journalistin hat mehr als 30 Jahre journalistische Erfahrung. Seit ver.di-Gründung ist sie Chefin vom Dienst der ver.di publik, mittlerweile auch für verdi.de und verdi.tv. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die ver.di-Medien weiterentwickelt haben und den Herausforderungen der Gegenwart mit ihren zahlreichen Kommunikationskanälen gerecht werden. Denn die Ansprüche an Kommunikation haben sich seit der…
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Abschied von Fritz Wolf

Wir trauern um unseren Autoren Fritz Wolf. Er starb am 29. August im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit. Sein Thema war der Dokumentarfilm. Kritisch benannte Wolf immer wieder die mangelnde Wertschätzung dieses Filmgenres, die sich unter anderem in zu wenig und zu späten Sendezeiten im Fernsehen sowie in nicht ausreichender Förderung manifestierte. Mit so manchem Filmtipp in M verschaffte er einer Doku mehr Aufmerksamkeit, regte an, sie zu schauen. Fritz Wolf war auch Autor für epd medien, verfasste verschiedene Studien und war viele Jahre aktiv in Gremien des Grimme-Preises. Wir werden ihn vermissen.    
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