Digitale Augenzeugen

Holger Isermann untersucht in seiner Dissertation den Umgang journalistischer Medien mit Amateurbildern.

Holger Isermann Digitale Augenzeugen. Entgrenzung, Funktionswandel und Glaubwürdigkeit im Bildjournalismus VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2015, 395 Seiten, 49,95 Euro, ISBN: 978-3658082185

Dies geschieht anhand verschiedener Ereignisse wie der Ermordung der Iranerin Neda Agha-Soltan, dem Folterskandal in Abu Ghraib oder dem Tod des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. Im Vordergrund steht dabei die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Authentizität als der zentralen Leitidee des professionellen Bildjournalismus. Isermann weist nach, wie Amateure bei Schlüsselereignissen die Funktion des Augenzeugen übernehmen können. Anhand der visuellen Berichterstattung deutscher Medien über den Syrienkrieg zeigt er des Weiteren auf, wie im Prozess der Bildkommunikation Amateurbilder durch die Verbreitung über Agenturen „professionalisiert” werden.

 

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Buchtipp: DT64-Erhalt als soziale Bewegung

Morgenrock, Hitglobus, Parocktikum oder Schlafstörung – so hießen Sendungen von DT64. Aus dem Programm für junge Leute, in einem Sonderstudio des DDR-Rundfunks zum Deutschlandtreffen der Jugend 1964 gestartet, wurde erst 1986 ein eigenständiger Sender. In der Wendezeit Kult, sammelte sich um das Radio Anfang der 1990er Jahre breiter Protest für den Erhalt. Der Rückblick eines damaligen Aktivisten, der die Bewegung auch theoretisch einordnet, wurde jetzt publiziert.
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Die dju – ein Angebot zur Mitgestaltung

Mit dem neuen Jahrtausend kam auch für die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di einiges an Neuem. Noch bevor sie ihren 50. Geburtstag feierte, knackte sie im Jahr 2000 die 20.000-Mitglieder-Marke. 2001 kam ver.di und die dju feierte ihr halbes Jahrhundert im Retro-Look im Kölner Gürzenich. Zur 60-Jahr-Feier waren die Kolleginnen und Kollegen von Rundfunk, Fernsehen und audiovisuellen Medien in der neuen Fachgruppe Medien mit dabei. Und nun, zum 70. Geburtstag, steht der dju in ver.di wieder etwas Neues ins Haus: Ein Feiertag in Pandemiezeiten.
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Aus für Freelancer in Presse und Kultur

Clasificador Nacional de Actividades Económicas (CNAE), Register für ökonomische Aktivitäten, heißt die Liste mit 2110 Tätigkeiten, die in Kuba seit dem 5. Februar für die freiberufliche Arbeit erlaubt sind. Eine Reform mit revolutionärem Potenzial, denn bislang durften nur 127 Berufe selbständig ausgeübt werden. Auf der vier Tage später erschienenen Verbotsliste sind jedoch jedwede freiberufliche Presse-Arbeit sowie etliche Berufe in der unabhängigen Kunstszene der Insel aufgeführt.
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Schon entdeckt? Qamar

Es sei „höchst an der Zeit mit, statt über Muslim*innen zu reden“, findet Muhamed Beganović. Die übliche Medienberichterstattung sei „reißerisch und eng fokussiert auf Themen wie Terror, Ehrenmord, Clan-Kriminalität oder die Kopftuch-Debatte“. Er hat mit Qamar (arabisch: Mond) deshalb ein neues, ästhetisch ansprechendes Gesellschafts- und Kulturmagazin von Muslim*innen für Muslim*innen gegründet. Es richtet sich an junge Leser*innen zwischen 15 und 35 Jahre im deutschsprachigen Raum und soll vor allem eines: Inspirieren.
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