Aktion für Arlindo César Severiano Chissale und Aunício da Silva, Mosambik

Drohungen wegen Berichterstattung

Berichte über Wahlen und Wahlergebnisse gehören zur jour­nalistischen Pflicht. Doch in Mosambik entpuppte sich die ­Berichterstattung über die im Norden des Landes abgehaltene Kommunalwahl Mitte Oktober plötzlich als gefährlich. Weil die Ergebnisse nicht den Vorstellungen der Behörden entsprachen, wurden die Überbringer der Nachricht verantwortlich gemacht – und erhalten seitdem Morddrohungen.

Unter den Betroffenen sind der freie Journalist Arlindo César Seve­riano Chissale, ein Mitarbeiter des Internet-Portals „Pinnacle News“ und sein Kollege Aunício da Silva, ein Redakteur der Wochenzeitung „Ikweli“. Beide hatten Zwischenergebnisse der Kommunalwahl veröffentlicht, bei der die Regierungspartei „Mosambikanische Befreiungsfront“ (FRELIMO) eine Wahlniederlage einstecken musste. Ins Visier geriet auch der kirchliche Sender „Radio Encontro“, der live von der Wahl berichtet und Wahlbeobachter entsandt hatte. Direktor Benvindo Tapua und sein Stellvertreter Cantífulas de Castro werden deshalb ebenfalls von anonymen Anrufern mit Mord bedroht. Unter anderem hieß es, sie sollten vorsichtig sein, da „ihre Tage gezählt“ seien.

In Mosambik sind in den vergangenen vier Jahren Menschenrechtler und kritische Journalisten zunehmend Verfolgung ausgesetzt. Dazu gehören Einschüchterungen, Schikanen, Folter oder auch das spurlose Verschwinden nach einer Festnahme. Die Drohungen und Angriffe werden nur in Ausnahmefällen strafrechtlich verfolgt, so dass die Verantwortlichen meist straffrei ausgehen.

Was können Sie tun?

Schreiben Sie an den mosambikanischen Justizminister und fordern Sie ihn auf, unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der Journalisten Arlindo César Severiano Chissale und Aunício da Silva in die Wege zu leiten. Verlangen Sie außerdem, dass die Regierung ein Umfeld schafft, in dem Journalistinnen und Journalisten ohne Furcht vor Repressalien arbeiten können.

Schreiben Sie auf Portugiesisch, Englisch oder Deutsch an:

Joaquim Veríssimo

Ministry of Justice

Av. Julius Nyerere, 33

Maputo

MOSAMBIK

Fax: 00258 – 214 942 64

Senden Sie eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK MOSAMBIK

S.E. Herr Amadeu Paulo Samuel

da Conceicao

Stromstraße 47

10551 Berlin

Fax: (030) 3987 6503

E-Mail: info@embassy-of-mozambique.de

nach oben

weiterlesen

Algerien zieht gegen freie Presse zu Felde

Meinungs- und Pressefreiheit stehen in Algerien so heftig unter Druck wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Journalist*innen werden eingeschüchtert, systematisch an ihrer Arbeit gehindert, gar verhaftet und strafrechtlich verfolgt. Seit 2019 ließ die Regierung den Zugang zu mindestens 16 regimekritischen Nachrichten-Websites sperren und verabschiedete Gesetze, die als Frontalangriff auf die freie Presse bewertet werden. Entspannung ist nicht in Sicht.
mehr »

Repression und Pressefreiheit in Kuba

Bei den anhaltenden Protesten in Kuba geht die Regierung mit großer Härte gegen Protestierende und Journalist*innen vor. Amnesty International zufolge wurden mindestens 115 Menschen festgenommen, darunter prominente Journalist*innen. Die Regierung versucht zu verhindern, dass Informationen nach außen dringen. Das Internet wurde gesperrt, um vor allem die sozialen Medien lahmzulegen. Denn auf What’s App, Facebook, Instagram und Co. wird berichtet, kommentiert und dokumentiert.
mehr »

Türkischer Journalist in Berlin angegriffen

Der im Exil lebende türkische Journalist Erk Acarer ist am 7. Juli an seinem Wohnort in Berlin-Neukölln von mehreren Männern angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei wurde er am Kopf verletzt und musste im Krankenhaus medizinisch versorgt werden. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di verurteilt den gewalttätigen Angriff auf den Kritiker der türkischen Regierung. Der 48jährige Journalist lebt seit April 2017 in Berlin.
mehr »

Feiger Anschlag auf Journalisten

Auf den bekannten niederländischen Journalisten Peter R. de Vries wurde am Abend des 6. Juli mitten in Amsterdam ein Anschlag verübt. Der Kriminalreporter war Medienberichten zufolge nach dem Verlassen des Studios von RTL Boulevard in den Kopf geschossen und lebensgefährlich verletzt worden. „Wir sind fassungslos und ringen um Worte. Dieser Anschlag hat den unabhängigen Journalismus und die Pressefreiheit bis ins Mark getroffen“, erklärte die Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di, Monique Hofmann.
mehr »