Der Schutz muss für alle gelten

Lars Hansen, Redakteur in der Funke Mediengruppe und Co-Vorsitzender der dju in ver.di Foto: Stephanie von Becker

Meinung

Das israelische Militär hat ein Pressezelt im Gazastreifen angegriffen und dabei mehrere Journalisten des Senders Al-Dschasira getötet. Darunter Anas Al-Sharif, den die israelische Regierung als Terroristen bezeichnet. Für die Pressefreiheit ist das eine Katastrophe.

Der getötete palästinensische Journalist Anas Al-Sharif hatte offensichtlich eine inhaltliche Nähe und gute Kontakte zur Hamas. Wer den 7. Oktober auf Social Media bejubelte und immer wieder emotionale Nähe zu Hamas-Kämpfern demonstriert, ist sicher kein neutraler Beobachter. Das macht ihn zu einem Journalisten mit klarer inhaltlicher Haltungstendenz und damit vermutlich nicht zum besten Journalisten, den al-Jazeera hatte. Es machte ihn womöglich auch zu einem Terrorsympathisanten, wenn man sein Posting zum 7. Oktober ansieht.

Nichts davon macht ihn allerdings zu einem Terroristen. Und sei er ein schlechter, weil einseitiger Journalist gewesen, war Anas Al-Sharif nach allem, was wir wissen, dennoch kein Hamas-Kämpfer – kein Kombattant. Er ist einer von über 200 Journalist*innen, die bei Aktionen der israelischen Armee im Gazastreifen getötet wurden, sei es gezielt oder sei es, weil der Tod von Journalisten von den Streitkräften billigend in Kauf genommen wird. Beides ist inakzeptabel.

Die unabhängige Berichterstattung über den Gaza-Konflikt erfordert professionelle Korrespondenten aus der Region. Sie müssen sicher und unbehelligt von allen Seiten arbeiten können. Wir fordern Schutz für alle Journalist*innen und Zugang für ausländische Medien zu Krisengebieten! Von dieser Minimalforderung kann es keine Ausnahme geben.

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