Aktion für Daniel Coronell, Kolumbien

Morddrohung: Trauerkränze in die Redaktion

Im Gebäude des Fernsehsenders „Canal Uno“ in Bogotá wurden zwei Trauerkränze abgegeben. Einer war an Daniel Coronell, den Nachrichtenchef, gerichtet. Der zweite galt seiner Frau und seiner Tochter. Schon vorher hatte Coronell im April und Mai dieses Jahres Drohanrufe bekommen. In beiden Fällen drohte ein Unbekannter dem Journalisten, ihn und seine Familie zu töten.

Amnesty International Logo
Amnesty International Logo

Daniel Coronell ist in Gefahr, denn er berichtet regelmäßig über brisante Themen. So kritisierte er Gesetze, die Soldaten bei Menschenrechtsverletzungen straffrei stellen. Auch berichtete er über ein Massaker in San José de Apartadó, bei dem ein Zeuge die Täter als Sicherheitskräfte identifizierte.

Wer Themen wie diese angeht, riskiert im Bürgerkriegsland Kolumbien sein Leben. Am gleichen Tag wie Daniel Coronell erhielten auch der Herausgeber der kommunistischen Zeitung „La Voz“, Carlos Lozano, sowie der Leiter der Fernsehsendung „Contravia“, Hollman Morris, demonstrativ Trauerkränze zugeschickt. Auch diese beiden Journalisten hatten zur Lage der Menschenrechte im Land recherchiert und dabei die Regierung in Bogotá kritisiert. Kolumbien ist für Medienschaffende eines der gefährlichsten Länder der Welt. Immer wieder fallen Journalisten politischen Morden zum Opfer. Drohungen und Einschüchterungen gehören für sie fast zum Alltag.

Was können Sie tun?

Schreiben Sie an den kolumbianischen Innenminister und fordern Sie wirksame Schutzmaßnahmen für Daniel Coronell und alle anderen bedrohten Journalisten.

Schreiben Sie auf Spanisch, Englisch oder Deutsch an:
Sr. Sabas Pretelt de la Vega
Ministro del Interior y de Justicia
Av. Jiménez No 8 – 89 · Bogotá · KOLUMBIEN
Telefax: 0057 – 1 – 560 46 30

Senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:
Kanzlei der Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda
Kurfürstenstraße. 84 · 10787 Berlin
Telefax: 030 – 26 39 61 25
E-Mail:

nach oben

weiterlesen

An vorderster Front für die Future Children

Der Dokumentarfilm „Dear Future Children“ begleitet drei junge Frauen, die in ihren Heimatländern Chile, Uganda und Hongkong für eine bessere Zukunft kämpfen. Ihr Einsatz ist zum Teil lebensgefährlich, wie der Streifen mit beeindruckenden und manchmal verstörenden Bildern zeigt. Und auch die Filmemacher selbst waren Angriffen ausgesetzt. Kameramann Friedemann Leis brichtete darüber jetzt bei einem vom DGB organisierten Screening.
mehr »

Cyberattacken gegen Alternativmedien

„Ein kalter Freitagnachmittag mit einem heißen Kaffee in der Hand bei der Bekämpfung von Angriffen. Wenn es morgen so weitergeht, werden wir wohl zum Wein übergehen“, lautet die Twitternachricht, mit der die Informatiker des Providers Nodo50 am 19. November bekannt gaben, dass die Internetauftritte mehrerer spanischer Zeitschriften schweren Cyberattacken ausgesetzt sind. Die Website der Zeitschrift „La Marea“ funktionierte stundenlang überhaupt nicht. Gleichzeitig wurde bekannt, dass es - neben einigen weiteren kleineren, unabhängigen Medien - auch die Kollegen von "El Salto" getroffen hatte.
mehr »

Taliban verdammen Frauen aus TV-Serien

TV-Serien ohne Schauspielerinnen: Mit neuen Richtlinien wollen die Taliban in Afghanistan laut Medienberichten Frauen aus Fernsehserien und Soaps verbannen. Demnach sollen laut den Vorgaben des „Ministeriums für die Förderung von Tugend und Verhütung des Lasters“ Fernsehsender künftig von der Ausstrahlung von Stücken mit weiblichen Darstellern absehen, wie internationale Medien am Montag meldeten.
mehr »

China: Zhang Zhan in Lebensgefahr

Zhang Zhan hat seit Februar 2020 mit ihrer Kamera über den Ausbruch der Coronapandemie in der chinesischen Stadt Wuhan berichtet und so dazu beigetragen, dass die Ausbreitung der Viruserkrankung überhaupt bekannt wurde. Für dieses Engagement bestraften sie die chinesischen Behörden im Dezember 2020 mit einer vierjährigen Haftstrafe. Daraufhin trat sie in einen Teil-Hungerstreik. Die Familie der 38-Jährigen ist in großer Sorge um ihr Leben.
mehr »