EU für Schutz von Whistleblowern

Das Europäische Parlament hat am 23. Oktober 2013 mit überwältigender Mehrheit auf Basis des Berichts des CRIM-Sonderausschusses gegen organisiertes Verbrechen, Korruption und Geldwäsche einen Entschließungsantrag angenommen.

Ein wichtiges Instrument im Kampf gegen organisierte Kriminalität ist dabei der Schutz von Whistleblowern. Neben einer Analyse der gegenwärtigen Situation enthält der Beschluss des Parlaments auch zahlreiche konkrete Aufforderungen an die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission, konkrete Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Das deutsche Whistleblower-Netzwerk begrüßte diese Positionierung und erwarte besonders von der künftigen großen Koalition einen „effektiven Whistleblowerschutz auch in Deutschland durch klare gesetzliche Regelung sicherzustellen“. Der CRIM-Beschluss fordert die Europäische Kommission auf, noch in diesem Jahr einen Gesetzgebungsvorschlag für ein umfassendes Whistleblower-Schutzprogram vorzulegen. Gefordert wird auch, die Möglichkeiten für anonyme Korruptionsanzeigen auszuweiten und das Schaffen vertraulicher Kanäle. Darüber hinaus erkennt das Europäische Parlament auch die wichtige Rolle von Journalisten und NGOs bei der Aufdeckung von Korruption, Betrug und organisierter Kriminalität an, die ihre Informationen vielfach von Whistleblowern erhalten.

(Vollständiger Bericht: http://bit.ly/1diHTha; siehe auch M 6/2013)

 

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Gaza: Anhaltende Kritik am Zugangsverbot

Für die Internationale Journalisten-Föderation (IJF) ist das seit Oktober 2023 geltende Zugangsverbot für internationale Journalist*innen zum Gazastreifen ein Gegenstand anhaltender Kritik. Auch deutsche Medien sind auf zensierte Informationen des israelischen Militärs und auf Zuarbeit vor Ort lebender Kolleg*innen angewiesen. Diese leben mit ihren Familien unter ständiger Lebensgefahr.
mehr »

EU will Urheberrecht besser schützen

Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments hat den sogenannten Voss-Bericht „Urheberrecht und generative künstliche Intelligenz – Chancen und Herausforderungen“ vorgelegt. Er sei, erklärt die IT-Rechts-Anwältin Lina Böcker bei urheber.info, eine „Zeitenwende für das Urheberrecht“.
mehr »

Portugiesen publizieren in Eigenregie

Aufgeben ist keine Option. „Als der Verlag bankrott ging, machten wir weiter“, erklärt Rui Tavares. „Wir“ das sind neben dem 64-jährigen Chefredakteur der politischen Wochenzeitschrift in Portugal - Visão - 11 weitere Redakteure.
mehr »

Als deutsche Reporterin im Iran

Die ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa ist zuständig für die Berichterstattung aus der Türkei und dem Iran. Sie ist eine der wenigen westlichen Journalisten, die im Iran vor Ort ist. Mit M sprach sie über die Proteste im Iran und wie sie darüber berichtet.
mehr »