Gegen Einschränkung der Pressefreiheit

dju in ver.di: Protestaktion in Tübingen gegen die Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei
Foto: Joachim Kreibich

Ein Jahr nach dem Putschversuch in der Türkei: Noch immer sitzen mehr als 150 Journalist_innen in Haft. Mehr als 100.000 Staatsbedienstete wurden entlassen. Ein breites Bündnis, dem auch die dju in ver.di angehört, hat am 15. Juli in Tübingen für Demokratie und Meinungsfreiheit in der Türkei demonstriert und die Freilassung der Inhaftierten gefordert.

Das auf Initiative des DGB-Arbeitskreises gegründete Bündnis für Solidarität in der Türkei widmet sich auch der Frage, wie politisch Verfolgte konkret unterstützt werden können. Am Fall der beiden wissenschaftlich Tätigen Nuriye Gülmen und Semih Özakca wurde öffentlich gemacht, wie Menschenrechte in der Türkei in jeder Hinsicht verachtet und beseitigt werden.

„Dafür kommt man in der Türkei ins Gefängnis“. Die Vertreter des Bündnisses für Demokratie und Meinungsfreiheit Dieter Roessner (Professor für Strafrecht und Kriminologie) und Betül Havva Yimaz (selbst betrioffene Wissenschaftlerin) schilderten bei der Protestaktion, was geschehen war. Die beiden Inhaftierten hätten nichts weiter getan, als durch einen Hungerstreik vor dem Menschenrechtsdenkmal in Ankara öffentlich gegen ihre ungerechtfertigten Entlassungen zu demonstrieren. Dafür seien sie ins Gefängnis gesperrt worden, wo sie bis heute in ihrem Hungerstreik ausharrten und nun dem Tode nahe seien. Das Erdogan-Regime hat inzwischen sogar das Denkmal der Menschenrechte in Ankara (eine sitzende Frau, die in der Erklärung der Menschenrechte liest) „verhaftet“. In Tübingen wurde dies symbolisch nachgestellt: Eine junge Frau liest die Erklärung der Menschenrechte, um sie wird ein Zaun errichtet.

Der Protest der Journalist_innen und die Redebeiträge des Bündnisses waren eingebettet in eine größere Kundgebung, zu der die Gesellschaft Kultur des Friedens aufgerufen hatte. Dabei war auch ein 100 Meter langes Transparent mit der Auflistung von 33 305 Toten entrollt worden. Festgehalten waren darauf Namen, Herkunftsländer und Anlässe. Bei den Menschen handelte es sich um Migranten, die auf dem Weg nach Europa ums Leben gekommen sind.

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Ein Film über Eritrea

„Eritrea – Serving the truth“ – Sozialismus oder Militärdiktatur? – ein Dokumentarfilm von Gerhard Faul. Die Filmvorführung findet am 10. September um 20 Uhr im ver.di-Haus, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin (nahe Ostbahnhof) statt. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion mit Amnesty International (ai) und Vertretern der eritreischen Opposition. Veranstalter sind ai, ver.di/dju und Medienladen e.V. Nürnberg.
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ver.di-Preisträgerfilm der DOK Leipzig 2015 für Europäischen Filmpreis nominiert

Eine kleine Meldung ploppte am Abend des 17. August 2016 auf der Facebookseite des Dokumentarfilms „The Longest Run“ (O pio makris dromos /Der lange Weg) auf: „It is just announced that our film is one of the 15 documentaries selected for the European Film Awards!“ Vor einem knappen Jahr hatte die ver.di-Jury diesen Film zu ihrem Preisträger beim 58. Leipziger Internationalen Festival für Dokumentarfilm DOK gekürt. Und nun die Nominierung für den Europäischen Filmpreis – ein Beweis für den guten "Riecher" der fünf Mitglieder der ver.di-Jury in den vergangenen Jahren.
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Medientage am Wannsee: #Krassmedial

„Fluch und Segen liegen nahe beieinander“ konstatierte der Bremer Medienwissenschaftler Leif Kramp zur „Medienarbeit heute und morgen“ – Thema der 6. ver.di-Medientage am Wochenende in Berlin am Wannsee. Es ging um „krassmediale“ Veränderungen in Berufsbildern und Anforderungen und damit verbunden neue Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle. Junge Journalist_innen fühlten sich oftmals wie die „Eier legende Wollmilchsau“, wenn von ihnen immer mehr und neue Kompetenzen in Produktion und Marketing erwartet würden, so Leif Kramp. Es gebe einen „wachsenden Bedarf an digital erfahrenen, profilierten, experimentierfreudigen Kommunikationsprofis - mit Durchhaltevermögen.“
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Deutsche Welle klagt gegen türkische Regierung

Der Streit zwischen der Deutschen Welle und dem türkische Minister für Jugend und Sport, Akif Cagatay Kilic um beschlagnahmtes Videomaterial geht nun in Ankara vor Gericht. Die Auseinandersetzung dauert bereits drei Wochen. Unmittelbar nach der Aufzeichnung eines TV-Interviews für die DW-Sendung „Conflict Zone“ mit Michel Friedman in Ankara am 5. September 2016 ließ der Minister das Videomaterial konfiszieren. Zwei Fristen für die Herausgabe sind seitdem verstrichen. Stattdessen wird die Beschlagnahme vom türkischen Ministerium bestritten.
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